Toyota hat das FIA-WEC-Eröffnungsrennen in Imola gewonnen. Brendon Hartley, Ryō Hirakawa und Sébastien Buemi holten für das japanische Werk den fünfzigsten Sieg im hundertsten Rennen. Unterdessen musste Ferrari beim Heimspiel mit der Silbermedaille vorliebnehmen.
Den Ausgang des verschobenen Saisonauftaktes der FIA World Endurance Championship in Imola kann Toyota als mehrfachen Erfolg verbuchen. Nicht nur belegten Brendon Hartley, Ryō Hirakawa und Sébastien Buemi beim Debüteinsatz des neuen TR010-Hybrid-Prototyps sogleich den ersten Platz, sondern der Konstrukteur aus Fernost feierte damit zugleich den fünfzigsten Sieg bei seiner hundertsten Rennteilnahme in der Langstreckenweltmeisterschaft.
Auch die Stallgefährten – Mike Conway, Kamui Kobayashi und Nyck de Vries – schnitten bei der ersten Saisonbegegnung erfolgreich ab und fuhren, von Startplatz sechs losgefahren, vor auf den Bronzerang. Demgegenüber musste Weltmeister Ferrari vor heimischen Publikum eine Niederlage hinnehmen. Antonio Giovinazzi, Alessandro Pier Guidi und James Calado erreichten die Zielflagge letztlich nur an zweiter Stelle.
Einerseits vermochte Toyota im Autodromo Enzo e Dino Ferrari, die Ferrari-Konkurrenten taktisch auszumanövrieren, andererseits war dem japanische Hersteller allerdings auch das Rennglück hold. Denn die Gazoo-Racing-Strategen fassten den Entschluss, beim zweiten Tankstopp keine Reifen zu wechseln, wodurch Hirakawa, dessen Teamkollege Hartley beim Start von der zweiten auf die dritte Position zurückgefallen war, die Führung eroberte.
Zweite Ferrari-Besatzung gerät nach Durchfahrtsstrafe ins Hintertreffen
Anschließend ordnete die Rennleitung eine Virtual-Safety-Car-Phase an, was der Toyota-Truppe ermöglichte, kurzerhand neue Pneus zu montieren, ohne einen erheblichen Zeitverlust zu erleiden. Überdies unternahm Toyota eine weitere taktische Finesse, als der Kommandostand sich beim vorletzten Boxenstopp für einen Dreifachstint des Schwesterfahrzeugs entschied, was Kobayashi vor Giovinazzi beförderte.
Wegen der abbauender Reifen war Kobayashi zwar nicht imstande, das Tempo Buemis, welcher den Spitzenrang behauptete, mitzugehen, gleichwohl war er aber in der Lage, Giovinazzi Schwierigkeiten zu bereiten und den Ferrari-Kontrahenten auf Abstand zu halten. Beim Zieleinlauf trennten die siegreiche Toyota-Besatzung und die zweitplatzierte Ferrari-Equipe schließlich fast dreizehneinhalb Sekunden.
Die zweite Ferrari-Mannschaft – Antonio Fuoco, Miguel Molina und Nicklas Nielsen – kam indes nicht über den sechsten Rang hinaus, da die Regelhüter eine Gelbvergehen mit einer Durchfahrtsstrafe ahndeten. Dahingegen begann Alpine seine Abschiedssaison in der FIA WEC mit einem Achtungserfolg: Charles Milesi, António Félix da Costa und Ferdinand Habsburg erkämpften den vierten Platz.
W Racing Team gewinnt GT3-Klasse
Die besten Fünf vervollständigten die Bayerischen Motorenwerke mit dem W Racing Team. Am Steuer wechselten Robin Frijns und René Rast einander ab; Letztgenannter verteidigte sich im Endspurt gegen den attackierenden Fuoco. Die BMW-Stallgefährten Raffaele Marciello und Kevin Magnussen wurden Siebente – vor dem Cadillac-Duo Earl Bamber und Sébastien Bourdais des Teams Jota.
Auf dem neunten Platz landeten – für Thor Team im Einsatz – die Aston-Martin-Piloten Tom Gamble und Harry Tincknell. Das gelbe Ferrari-Gespann Robert Kubica, Yifei Ye und Phil Hanson macht die vordersten Zehn komplett. Genesis Magma Racing belegte bei seinem Einstand in der Langstreckenweltmeisterschaft derweil – mit dem besser platzierten Fahrerteam, bestehend aus André Lotterer, Pipo Derani und Mathys Jaubert – den fünfzehnten Platz.
In der GT3-Klasse trug das W Racing Team den Triumph davon, welches die Corvette-Widersacher von TF Sport bezwang. Die BMW-Piloten Anthony McIntosh, Parker Thompson und Dan Harper überquerten die Ziellinie mit einem Vorsprung von 0,265 Sekunden auf die Corvette-Verfolger Nick Catsburg, Jonny Edgar unnd Blake McDonald.
Nächste Station im Rennkalender der Langstreckenweltmeisterschaft ist der Circuit de Spa-Francorchamps, wo am zweiten Maiwochenende die Generalprobe für die 24 Stunden von Le Mans steigt. Indes herrscht zur Stunde noch Unklarheit, wann das wegen des Irankriegs vertagte 1812-Kilometer-Rennen von Katar stattfinden wird. Derzeit haben die Organisatoren für diese Veranstaltung einen Termin im Oktober vorgesehen.


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