Fuji: Alpine taktiert sich zum ersten Weltmeisterschaftssieg

Alpine triumphierte beim WM-Lauf in Fuji | © DPPI/FIA World Endurance Championship

Die Alpine-Equipe hat sich am Fuji zum ersten Sieg in der FIA World Endurance Championship taktiert. Paul Loup Chatin, Ferdinand Habsburg und Charles Milesi ließen die Peugeot-Konkurrenten hinter sich. Die Plätze drei und vier belegte Penske Motorsport.

Alpine hat seinen ersten großen Coup in der FIA World Endurance Championship gelandet. Die Abordnung der französischen Sportwagenmarke gewann die Sechs Stunden am Fuji. In einem ereignisvollen Rennen erklommen Paul Loup Chatin, Ferdinand Habsburg und Charles Milesi die höchste Stufe des Siegertreppchens. Nicht nur das nötige Rennglück, sondern ebenso taktisches Geschick beförderten den Alpine A424 zum ersten Weltmeisterschaftserfolg.

Insgesamt fünfmal ordnete die Renndirektion eine Full Course Yellow auf dem Fuji International Speedway an; dreimal rückte das Safety-Car aus. Während der letzten Neutralisation des Teilnehmerfeldes entschieden die Strategen am Alpine-Kommandostand, welche eine Full-Course-Yellow-Phase gewärtigten, Chatin an die Box zu beordern – just in dem Moment, als die Rennleitung das streckenweite Tempolimit verhängte.

Damit meldete sich Chatin mit seinen beiden Stallgefährten Habsburg und Miesi zurück im Kampf um die vorderste Position, nachdem das Alpine-Trio zuvor wegen einer Stop-and-Go-Strafe ins Hintertreffen geraten war. Nun befand sich Chatin bei der Wiederaufnahme des Wettbewerbs an zweiter Position, während die Peugeot-Fahrer Jean-Éric Vergne, Mikkel Jensen and Paul di Resta den Führungsrang bekleideten.

Peugeot erringt Silberpokal

Daraufhin ging Alpine ein weiteres taktisches Wagnis ein und montierte beim letzten Boxenstopp lediglich zwei anstatt vier neuer Reifen. Das Risiko zahlte sich aus: Milesi, welcher das A424-Steuer übernommen hatte, machte Peugeot-Kontrahent Jensen die Spitzenposition abspenstig. Daher mussten sich die Löwen trotz eindrucksvoller Leistung letzten Endes mit dem Silberpokal bescheiden.

Das Podium vervollständigten wiederum die Porsche-Piloten Kévin Estre und Laurens Vanthoor, welche in der Schlussphase drauf und dran waren, den Alpine-Triumph zu vereiteln. Allerdings handelte sich das Porsche-Doppel von Penske Motorsport eine Fünf-Sekunden-Strafe ein, weil das Team gegen das Boxenstoppprozedere verstoßen hatte. Derweil wurden die Teamkollegen Julien Andlauer and Mathieu Jaminet Vierte.

Zudem erzielte Peugeot einen weiteren Achtungserfolg: Malthe Jakobsen, Stoffel Vandoorne und Loïc Jean-Claude Duval machten die besten Fünf komplett. Ebenfalls Respekt gebührt das Resultat, das Aston Martin einfuhr; Marco Sørensen und Alex Riberas wurden Sechste und fuhren somit erstmals für den Konstrukteur aus dem Vereinigten Königreich unter die vordersten Zehn der LMH-Wertung.

Toyota rettet Platz acht beim Heimrennen

Von der Poleposition losgefahren, erblickten die Cadillac-Athleten Will Stevens, Norman Nato und Alex Lynn – für das Team Jota im Einsatz – nur an siebenter Position die Zielflagge. Mike Conway, Kamui Kobayashi und Nyck de Vries retteten beim Toyota-Heimspiel noch den achten Platz. Neunte wurden die BMW-Lenker René Rast, Robin Frijns und Sheldon van der Linde; Platz zehn belegten die Le-Mans-Sieger Robert Kubica, Phil Hanson und Ye Yifei im gelben Ferrari-Sportwagen.

Die beiden Werksmannschaften Ferraris blieben dahingegen punktlos am heiligen Berg Fuji. Obwohl Alessandro Pier Guidi, Antonio Giovinazzi und James Calado – nach zwei Stop-and-Go-Strafen wegen wiederholter Überschreitung der Streckenbegrenzung – nicht über Rang fünfzehn hinauskamen, verteidigt das AF-Corse-Ensemble mit 115 Punkten nichtsdestoweniger die Tabellenführung in der Fahrerwertung.

Allerdings verkürzten Estre und Vanthoor, welche in der Meisterschaftswertung derzeit an dritter Stelle liegen, dank das Podestergebnisses den Abstand zu den Erstplatzierten. Der Rückstand beträgt jetzt nur noch einundzwanzig Punkte. Die zweitplatzierten Kubica, Hanson und Yifei rückten ebenfalls einen kleinen Schritt heran und verminderten den Abstand zu den Tabellenführern um einen Zähler. Die Differenz beträgt nun vierzehn Zähler.

TF Sport erbt Klassensieg

In der GT3-Klasse trug TF Sport mit seiner Corvette-Truppe Tom Van Rompuy, Rui Andrade und Charlie Eastwood den Sieg davon. Als Bestplatzierte hatten zwar François Hériau, Simon Mann and Alessio Rovera den Zielstrich gekreuzt, jedoch musste die Ferrari-Fahrer in Diensten von AF Corse aufgrund einer Verletzung der Boxenstoppregeln eine Zeitstrafe erdulden. Die Regelhüter versetzten die Ferrari-Equipe auf den zweiten Platz zurück.

Der Sechs-Stunden-Wettstreit in der Präfektur Shizuoka war bereits die vorletzte Begegnung im diesjährigen Rennkalender der Langstreckenweltmeisterschaft. Das FIA-WEC-Finale findet am zweiten Novemberwochenende auf dem Bahrain International Circuit statt.


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