Le Mans: Holt Toyota das Quadrupel?

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Siegt Toyota weiter? | © Toyota Gazoo Racing

Nach tragödienreichen und sieglosen Jahrzehnten gewann Toyota die 24 Stunden von Le Mans zuletzt dreimal in Folge. Holt der größte Automobilkonzern auf dem Erdball an diesem Wochenende das Quadrupel? Hauptgegner ist Alpine. Für die Scuderia Cameron Glickenhaus wäre eine Zielankunft ein Erfolg.

Beinahe ein halbes Jahrhundert lang, dieser Eindruck drängt sich unzweifelhaft auf, war das Le-Mans-Engagement Toyotas mit einem Fluch beladen. Mehrere Male reklamierte der japanische Automobilhersteller den Favoritenstatus für sich, stand wieder und wieder im Begriff, den Triumph davonzutragen und wähnte sich stets von Neuem als Sieger. Letzten Endes musste sich der Konstrukteur aus Fernost allerdings mit dem Rang des ewigen Zweiten bescheiden.

In der Saison 2018 vermochte Toyota endlich, den Le-Mans-Fluch abzustreifen. Nach dem Fortgang der VAG-Kontrahenten Audi und Porsche errangen Sébastien Buemi, Kazuki Nakajima und Formel-1-Athlet Fernando Alonso den dekadenlang herbeigesehnten Erfolg beim Prestigerennen im Nordwesten Frankreichs. Zudem erzielte das TMG-Gespann einen neuen Rennrundenrekord; nach der raschesten Überquerung der Traditionspiste Circuit de la Sarthe stoppte die Uhr bei 3:17,658 Minuten.

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Im darauffolgenden Jahr verteidigte das Toyota-Trio sodann den Titel in der Region Pays de la Loire. Bei der letztjährigen Edition, welche wegen der planetenweiten Corona-Pandemie ohne Zuschauer stattfand, glückte Buemi und Nakajima mit der Unterstützung Brendon Hartleys schließlich der Hattrick. Und an diesem Wochenende? Ist ebenjenes Dreierensemble imstande, beim Anbruch der Hypercar-Epoche das Quadrupel zu holen?

Startnummer acht vor Startnummer sieben?

Die Gefechtslage in der Langstrecken-WM: Zur Stunde führen Buemi, Nakajima und Hartley die Fahrertabelle der FIA World Endurance Championship mit fünfundsiebzig Punkten an; der Vorsprung auf die Stallgefährten José María López, Kamui Kobayashi und Mike Conway beträgt sechs Punkte. Sollte Toyota die eintägige Distanz also störungsfrei bewältigen, dürfte die Rheinfolge bei der Zielankunft am Sonntagnachmittag feststehen: Startnummer acht vor Startnummer sieben.

Überdies verdient die Ergebnisstatistik Aufmerksamkeit. Obschon Toyota während der zurückliegenden drei Jahre gleichsam ein Rennen gegen sich selbst fuhr, gebührt der Leistung nichtsdestoweniger Respekt. Denn vergleicht man die zurückgelegten Distanzen der siegreichen Mannschaften in der gesamten Veranstaltungshistorie, belegt Toyota in dieser Rangordnung die Plätze fünf, sechs und acht.

Beim erstmaligen Goldgewinn auf der Via Regia des Langstreckensports im Département Sarthe betrug der Endstand 5 288,052 Kilometer. Spitzenreiter in diesem Klassement ist unverändert Audi Sport North America. Als Mike Rockenfeller, Romain Dumas und Timo Bernhard im Jahr 2010 mit dem Audi R15 TDI Plus – ja, mit einem Dieselsportwagen – die Siegertrophäe erfochten, standen schlussendlich 5 410,713 Kilometer auf dem Tachometer.