Spa-Francorchamps: Toyota fährt Sieg ein, Alpine holt Silber

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Toyota triumphierte in den Ardennen | © Adrenal Media

Toyota hat den ersten Hypersportwagensieg in der Langstrecken-WM errungen. Sébastien Buemi, Kazuki Nakajima und Brendon Hartley gewannen die Sechs Stunden von Spa-Francorchamps. Alpine erfocht die Silbermedaille, United Autosports ragte in der LMP2-Liga hervor.

Schlussendlich hat Toyota die mancherorts befürchtete Schmach abgewandt. Nach der LMP2-Revolte beim Prolog im Ardenner Wald zu Wochenbeginn hat der Konstrukteur aus Fernost die Hierarchie beim Auftaktrennen der Langstrecken-WM wieder korrigiert. Sébastien Buemi, Kazuki Nakajima und Brendon Hartley trugen den Gesamtsieg bei den Sechs Stunden von Spa-Francorchamps davon – als erste Besatzung eines Hypersportwagens.

Gleichwohl war der Kölner Werksmannschaft kein Zweifacherfolg beim Eröffnungslauf der FIA World Endurance Championship vergönnt. Denn die Stallgefährten Kamui Kobayashi, Mike Conway und José María López belegten den dritten Platz, nachdem Ersterwähnter im Schlussdrittel des sechsstündigen Wettstreits ein Fehler im Abschnitt Bruxelles unterlaufen war. Kobayashi strandete im Kiesbett und verursachte eine Full Course Yellow.

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Allerdings bewältigte auch das siegreiche Toyota-Ensemble die vierteltägige Distanz im Hohen Venn nicht komplikationsfrei. Beim ersten Boxenstopp unterschritten Buemi, Nakajima und Hartley die festgeschriebene Mindeststandzeit. Die Konsequenz: Die Regelhüter erlegten dem TMG-Gespann beim darauffolgenden Tankstopp eine abzusitzende Zusatzzeit auf. Beim Zieleinlauf betrug der Vorsprung letztendlich dennoch über eine Minute.

Den Silberpokal erfocht unterdessen Alpine. André Negrao, Nicolas Lapierre und Matthieu Vaxivière zogen nicht nur einen Nutzen aus den Fehlern den Toyota-Konkurrenz, sondern stoppten überdies auch rascher, wodurch der Rebellion-Jahreswagen vorübergehend sogar das Teilnehmerfeld anführte. Allerdings verlor Alpine die Führung schließlich beim allerletzten Boxenstopp, weil die Toyota-Widersacher nur einen Splash-and-Dash einlegen mussten.

United Autosports macht das Rennen in der LMP2-Klasse

In der LMP2-Liga erfüllte die Mannschaft von United Autosports die Erwartungen als Favoritin. Von der Poleposition losgefahren, überquerten Filipe Albuquerque, Phil Hanson und Neuzugang Fabio Scherer die Ziellinie als Spitzenreiter. Da Siegertreppchen komplettierte Jota Sport mit seinen beiden Besatzungen. Anthony Davidson, Roberto González und António Félix da Costa schlugen – trotz Durchfahrtsstrafe wegen eines riskanten Manövers im Überrundungsverkehr – im teaminternen Wettbewerb Tom Blomqvist, Sean Gelael und Stoffel Vandoorne.

Rang vier der LMP2-Kategorie bekleidete G-Drive Racing. Damit gewannen Job van Uitert, Giedo van der Garde und Frits van Eerd zugleich die neu eingeführte Pro-Am-Division der kleinen Prototypen. Derweil triumphierte Porsche in der GTE-Pro-Klasse. Die Podiumsmitte erstiegen Neel Jani und Kévin Estre, welche ihre AF-Corse-Kontrahenten Alessandro Pier Guidi und James Calado besiegten – der Vorsprung beim Zieleinlauf betrug beinahe fünfunddreißig Sekunden. Dritte wurden die AF-Corse-Teamkollegen Daniel Serra und Miguel Molina.

In der GTE-Am-Riege standen ebenfalls Delegationen zweier Hersteller auf dem Stockerl. In der Mitte: Ferrari. Emmanuel Collard, Nicklas Nielsen und ihr neuer Mitstreiter Alessio Rovera errangen für AF Corse die Siegertrophäe. Dahinter reihten sich die Aston-Martin-Athleten Bean Keating, Daniel Pereira und Felipe Frage für TF Sport ein. Die besten Drei vervollständigte Cetilar Racing mit seinen Ferrari-Lenkern Robero Lacorte, Giorgio Sernagiotto und Antonio Fuoco.

Die FIA World Endurance Championship pausiert nun anderthalb Monate. Am zweiten Juniwochenende findet sodann das Acht-Stunden-Rennen an der Algarve statt, im Juli schließlich die Sechs Stunden von Monza – die Generalprobe für die 24 Stunden von Le Mans, welche der ACO im August ausrichtet.