Dubai 24: Auftakt zu einer weiteren Pandemiesaison

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Wer trägt den Sieg beim diesjährigen Creventic-Auftakt davon? | © Mercedes-AMG Customer Racing

An diesem Wochenende beginnt in Dubai die internationale Langstreckensaison – eine weitere Pandemiesaison. Nichtsdestoweniger hat die Creventic-Organisatoren vierundfünfzig Nennungen empfangen, wodurch ein respektables Teilnehmerfeld zustande kommt. Wer ist Favorit am Persischen Golf?

Als die Rennleitung die letztjährigen 24 Stunden von Dubai wegen pausenloser Starkregenfälle abbrach, ahnte noch niemand, welche welthistorischen Ereignisse in den nachfolgenden Wochen und Monaten eintreten würden. Das eigentlich erinnerungswürdig Kuriosum auf dem arabischen Rundkurs sollte eine Marginalie in den Geschichtsbüchern des Langstreckensports bleiben. Denn die Corona-Pandemie, die in China ihren Anfang nahm, weitete sich binnen kurzer Frist zum globalen Seuchenzug aus.

Im Februar und März loderte die Pandemie schließlich auch in Europa auf, zunächst in Italien und der Schweiz. Das besorgniserregende Infektionsgeschehen gab den Organisatoren des Genfer Automobilsalons Anlass, die alljährliche Messe in den Alpen abzusagen; die SRO-Gruppe konzipierte derweil einen Eventualplan, den mancher noch als überzogen belächelte. Dann entfalteten die Geschehnisse eine unerwartete Dynamik.

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Die Veranstalter vermeldeten nacheinander Saisonunterbrechungen, Verschiebungen und Absagen – Le Mans im September, der Große Preis von Monte Carlo ersatzlos aus dem Rennkalender gestrichen. Lediglich in der Vulkaneifel ertönten noch einmal anlässlich der Einstellfahrten die Motoren. Erst im Frühsommer – mancherorts flachte die Infektionskurve ab, anderenorts schnellte die Anzahl der Neuerkrankungen bereits wieder empor – begann nach und nach der Rennbetrieb. Oftmals fanden die Veranstaltungen ohne Zuschauer als Geisterrennen statt.

Die fünfzehnte Ausgabe der 24 Stunden von Dubai, welche aufgrund der Wassermassen, die nicht von der Wüstenstrecke abströmten, und wiederholten Stromausfällen, vorzeitig mit der roten Flagge endete, war längst in Vergessenheit geraten. Ein Jahr später ist das Dubai Autodrome abermals Austragungsort des internationalen Endurance-Saisonauftaktes – zumindest ein bisschen Normalität zu Beginn einer weiteren Pandemiesaison.

Creventic nimmt vierundfünfzig Einschreibungen entgegen

Zur Stunde vermag niemand, den weiteren Entwicklungsgang vorherzusagen, die Dissemination des neuartigen Coronavirus abzuschätzen. Gleichwohl kann man bereits festhalten: Trotz der Covid-19-Widrigkeiten kommt an diesem Wochenende ein beachtliches Starterfeld beim Creventic-Eröffnungswettkampf zustande. Insgesamt vierundfünfzig Nennungen umfasst die Teilnehmerliste für das Ein-Tages-Rennen am Persischen Golf.

Acht Nennungen entfallen auf die GT3-Pro-Oberklasse. Angesichts der heterogenen Zusammensetzung der Fahrerensembles – mindestens ein ausgewiesener Langstreckenvirtuose, aber auch ein vom Reglement festgeschriebener Halbprofi – bereitet die Erörterung der Favoritenfrage Mühe. Zweifelsfrei treten sämtliche GT3-Pro-Wettbewerber mit legitimen Gesamtsiegaspirationen im Dubai Autodrome an. Kostante Rundenzeiten der minderstarken Piloten und fehlerfreie Distanzbewältigung dürften abermals ein Schlüsselfaktor sein.

Nimmt man die Statistik in Augenschein, gebührt den beiden Rekordsiegermarken vornehmliche Aufmerksamkeit. Da die Regelwächter Mercedes-AMG nach dem letztjährigen Rotabbruch die Siegertrophäe zuerkannten, ist der Konstrukteur aus Affalterbach mit dem Hersteller aus dem nahliegenden Stuttgart-Zuffenhausen gleichgezogen. Sowohl Mercedes-AMG als auch Porsche erstiegen in der Wüste Arabiens bereits fünfmal die höchste Stufe des Siegertreppchens.

Den Hauptverdienst für die Sternenkrieger verrichtete Black Falcon; die Meuspather Mannschaft erfocht alle fünf Erfolge, koordiniert allerdings seit dem vergangenen Frühjahr die Einsätze des Haupt Racing Teams, das an diesem Wochenende mit Maro Engel, Patrick Assenheimer, Ryan Ratcliffe, Khaled Al Qubaisi und Hubert Haupt höchstselbst an den Start geht. Ebenfalls einen Stern auf dem Kühlergrill montiert hat Racetivity aus Frankreich mit der Equipage François Perrodo, Charles-Henri Samani, Emmanuel Collard und Matthieu Vaxivière.