Kyalami: BMW gewinnt IGTC-Saisonfinale und Fahrerwertung

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Sieg und Titel für BMW nach den Neun Stunden von Kyalami | © Dirk Bogaerts

Im Starkregen von Mitrand gingen die Neun Stunden von Kyalami zuende. Sheldon van der Linde, Nicky Catsburg und Augusto Farfus gewannen danke einer klugen Strategie das Rennen vor dem Team WRT und GPX Racing. Porsche konnte die Herstellerwertung mit Rang drei im Rennen verteidigen.

Nach neun Stunden überquerten Sheldon van der Linde, Nicky Catsburg und Augusto Farfus mit einem BMW M6 GT3 von Walkenhorst Motorsport als Erste die Ziellinie. Damit gewannen sie nicht nur das Neun-Stunden-Rennen von Kyalami, für Catsburg und Farfus war es auch der Sieg in der Fahrerwertung. Den Titel der Hersteller holte hingegen Porsche zum zweiten Mal in Folge.

„Bis zu den letzten zwei Stunden des Rennens haben wir das nicht wirklich erwartet. Wir haben gehofft, dass etwas Verrücktes passiert. Wie letztes Jahr wäre es nicht Kyalami, wenn nicht was Verrücktes passiert wäre. Abgesehen davon, dass es im letzten Jahr einen Re-Start am Ende des Rennens gab, war es wie damals. Großes Kompliment an das Team, das richtig reagiert hat. Ich bin sehr glücklich, das Rennen und die Meisterschaft gewonnen zu haben. Es tut mir ein wenig leid für das Team von Honda. Sie haben heute dominiert und hätten ein gutes Ergebnis verdient gehabt“, so Catsburg.

Das Rennen nahm seine Wendung als in der vorletzten Stunde ein heftiger Regenschauer einsetzte. Bis zu dem Zeitpunkt lag die Honda-Mannschaft komfortabel in Führung, welche von der Poleposition gestartet war. Mario Farnbacher, Renger van der Zande und Bertrand Baguette bestimmten über weite Strecken das Geschehen mit ihrem NSX GT3. Einzig Patric Niederhauser mit einem Audi R8 LMS von Car Collection Motorsport schaffte es, sich in Schlagdistanz zu bringen.

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Der taktische Fehler, der der Honda-Mannschaft den Sieg kostete, war, bei einsetzendem Regen lediglich die Reifen zu wechseln, nicht aber nachzutanken. Wenig später verhängte die Rennleitung eine Full-Course-Yellow-Phase, welche bis zum Rennende andauern sollte. Während alle Konkurrenten bis zum Rennende durchfahren konnten, musste der Honda nochmal zum Tanken an die Box. Am Ende war es Platz fünf für den Hersteller aus Fernost.

Farfus, Catsburg und van der Linde waren im entscheidenden Moment zur Stelle und konnten die Führung übernehmen. Catsburg fuhr die verbleibenden Minuten vor Frédéric Vervisch mit einem Audi R8 LMS vom Team WRT. Dieser holte gemeinsam mit Mirko Bortolotti und Charles Weerts Rang zwei. Der dritte Platz ging an Matt Campbell, Mathieu Jaminet und Patrick Pilet im Porsche 911 GT3 R von GPX Racing. Für die beiden Franzosen Jaminet und Pilet reichte es damit nicht für die Meisterschaft. Porsche konnte jedoch durch die Plätze drei und sieben die Herstellerwertung gewinnen.

„Der Gewinn des Titels für Porsche war unser großes Ziel. Das haben wir erreicht. Die Fahrerkrone wäre das Sahnehäubchen gewesen, aber dieses haben wir um gerade einmal fünf Punkte verpasst. Dennoch: Der erneute Gewinn der Herstellermeisterschaft drückt aus, wie stark alle Beteiligten 2020 am gemeinsamen Erfolg gearbeitet haben. Dies gilt für die Kundenteams und Fahrer ebenso wie für unsere Porsche-Mitarbeiter und Partner. Gratulation auch an Lechner Racing, die trotz schwierigster Bedingungen in der Pro-Am-Klasse eine lupenreine Leistung gezeigt haben“, befand Sebastian Golz, Projektleiter Porsche 911 GT3 R, über die Leistung seiner Mannschaften.