Le Mans: Audi bereitet Einstieg in LMDh-Klasse vor

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Der Audi R18 beim letzten Einsatz in Le Mans 2016 | © Audi AG

Audi wird das Motorsportprogramm neu aufstellen. In Zukunft wird eine Rückkehr nach Le Mans forciert sowie der Fokus auf ein Programm bei der Rally Dakar gelegt. Der Kundensport mit dem Audi R8 LMS bleibt daneben erhalten. Im Zuge der Umstrukturierung wird Julius Seebach die Position als Motorsportchef von Dieter Gass übernehmen.

Der Autohersteller Audi hat in einer Mitteilung am Montag verkündet, dass man in Ingolstadt an einer Rückkehr zu den 24 Stunden von Le Mans arbeitet. Hierfür wird das werksseitige Engagement in der Formel E nach der Saison 2021 auf ein Kundensportmodell umgestellt. Im gleichen Zug verkündete die Motorsportabteilung, dass die Leitung von Dieter Gass auf Julius Seebach am dem 1. Dezember 2020 übergehen wird.

Bereits bis 2016 war Audi in der Prototypen-Klasse LMP1 aktiv. Hierbei gelangen mehrere Meilensteine, darunter der erste Sieg mit einem Dieselrennwagen in Le Mans im Jahr 2006. Insgesamt 13 Gesamtsiege sammelte die Marke mit den vier Ringen während der Laufzeit. Aktuell haben die Ingolstädter Werksprogramme in der Formel E und der DTM. Mit dem Ende des Engagements in der DTM nach dieser Saison und der Umstellung auf Kundensport in der Formel E 2021 will man die freigewordenen Ressourcen neu investieren.

Dabei wurde zum einen das Debüt bei der Rally Dakar 2022 verkündet. „Darüber hinaus evaluieren wir weitere mögliche Betätigungsfelder für uns im internationalen Motorsport“, sagt Julius Seebach, Geschäftsführer der Audi Sport GmbH. „Dabei haben wir die Wünsche unserer Kunden genauso im Blick wie die zukünftige Strategie des Unternehmens, die ganz klar im Zeichen der Elektrifizierung und einer CO2-neutralen Mobilität steht. Deshalb bereiten wir uns intensiv auf den Einstieg in die neue Sportwagen-Kategorie LMDh mit ihren Highlight-Rennen 24 Stunden von Daytona und Le Mans vor. Die wichtigste Botschaft für unsere Fans ist, dass Motorsport bei Audi weiter eine bedeutende Rolle spielen wird.“

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Die LMDh-Klasse wird voraussichtlich im Jahr 2022 erstmals in Serien der ACO- und IMSA-Organisationen teilnahmeberechtigt sein. Das Konzept wurde von der in den USA beheimateten IMSA entwickelt. Nach einer Einigung mit dem ACO ist die Klasse jedoch sowohl in der IMSA als auch in der WEC sowie bei den 24 Stunden von Le Mans als Top-Kategorie startberechtigt. Damit kann ein Hersteller mit einem Fahrzeug in Daytona, Sebring und an der Sarthe starten.

Als Standbein neben dem Werkssport wird das Angebot des Audi R8 LMS in seinen verschiedenen Ausführungen für Kunden weiterhin bestehen bleiben. Darüber hinaus will Audi den Kunden der GT3-Klasse bei den bedeutenden Langstreckenrennen sowie der Intercontinental GT Challenge Werksunterstützung gewähren.

Diese Neuausrichtung wird Julius Seebach vorantreiben. Der aktuelle Geschäftsführer der Audi Sport GmbH übernimmt ab dem 1. Dezember 2020 auch die Gesamtverantwortung für Motorsport von Dieter Gass. Gass wird das Unternehmen verlassen.