GT World Challenge: Rebellion Racing zieht GT3-Einstieg in Erwägung

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Stellt sich Rebellion Racing dem GT3-Wettbewerb? | © Manuel Klinkhammer

Nach dem LMP1-Rückzug spielt Rebellion Racing mit dem Gedanken, ein GT3-Programm zu starten. Das Gespann aus der Schweiz wolle nicht nur die Rundenzeiten für die GT World Challenge messen, sondern selbst an dem Wettbewerb teilnehmen.

Rebellion Racing zieht in Betracht, nach dem LMP1-Ausstieg ein GT3-Programm zu schultern. Da die SRO-Gruppe die Schweizer Uhrenmanufaktur im Februar mit der Aufgabe betraut hat, künftig die Zeitmessung der GT World Challenge durchzuführen, biete diese Zusammenarbeit eine geeignete Einstiegsgelegenheit. Allerdings müsse die helvetische Equipe zunächst die Corona-Pandemie ausharren, um sodann die Gegebenheiten zu eruieren.

Demnach wolle Rebellion sein Bestes daranwenden, als SRO-Partner eine gute Figur abzugeben – nicht nur aus organisatorischer Perspektive. „Es gibt noch keine Gewissheit, aber ich weiß, dass wir Unternehmergeist haben und nicht bloß ein Zeitnehmer bleiben wollen“, meint Geschäftsführer Calim Bouhadra. „Möglicherweise bringen wir unsere Werte in diese Meisterschaft. Und warum sollten wir keinen Rennstall zum Mitmachen gründen?“

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In dieser Frühphase der Erwägungen und Planungen könne Rebellion Racing allerdings noch keine Details nennen, was die Fabrikatswahl anbelangt. Auch die Wahl des Wettbewerbs stehe noch aus. Schließlich richtet die SRO nicht nur in Europa, sondern auch in Nordamerika und Asien GT3-Rennen aus. Ebenfalls sei unklar, welche Rolle Oreca zuwachsen könnte. Denn in der Vergangenheit spielte der französische Rennfahrzeugkonstrukteur keine unmaßgebliche Rolle.

LMDh-Einstieg oder Hypercar-Projekt sei „völlig verrückt“

Zunächst sei das Nahziel, Erfahrungen zu sammeln. „Wir kennen uns mit Rennsport aus“, bekräftigt Bouhadra. „Allerdings haben alle Meisterschaften unterschiedliche Strukturen und Organisationsweisen. Wir wollen diese zunächst durchblicken, bevor wir eine Entscheidung treffen. Wir müssen ebenso die Leute kennenlernen, um eine Verbindung mit jedem herzustellen, der in diese Meisterschaft involviert ist.“

Unterdessen hing die Mannschaft von Rebellion Racing auch dem Gedanken nach, ihr Engagement in der Langstrecken-WM fortzuführen. Allerdings sei die Teilnahme an der LMDh-Klasse oder der Einsatz eines Hypersportwagens „völlig verrückt“ für einen Privatrennstall. Schließlich beinhalte das Kerngeschäft Rebellions die Herstellung von Uhren. Ein Projekt, das ein Budget in solch einer Dimension erfordert, ohne eine Rendite einzubringen, sei daher „wirklich brutal“.

Überdies präsentierte Peugeot, als der Automobilbauer aus Rueil-Malmaison seine Rückkehr nach Le Mans ankündigte, Rebellion Racing als Einsatzmannschaft. Allerdings war die Zusammenarbeit nur kurzlebig, weil Rebellion Racing seine Unabhängigkeit bewahren wollte. Die Kooperation mit einem Werksteam hätte höchstwahrscheinlich eine Autonomieeinbuße bedeutet, befürchtet Bouhadra.