Le Mans: Porsche erwägt Entwicklung eines LMDh-Prototyps

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Kehrt Porsche mit einem gesamtsiegfähigen Auto zurück an die Sarthe? | © Porsche

Die Einführung des gemeinschaftlichen LMDh-Regelwerks, welches ACO und IMSA zu Jahresbeginn vorgestellt haben, animiert Porsche zum Nachdenken über einen Le-Mans-Einsatz in der neuen Spitzenkategorie. Derzeit wartet der Hersteller aus Baden-Württemberg allerdings noch die konkrete Ausgestaltung der neuen Wettbewerbsklasse ab.

Porsche zieht in Betracht, sich in Zukunft wieder in der Le-Mans-Spitzenklasse zu engagieren. Die Ankündigungen des LMDh-Reglements regte diese Erwägungen in Stuttgart-Zuffenhausen an, weil dessen Einführung ein Doppelprogramm in der Langstrecken-WM und der IMSA SportsCar Championship gestattet. Zudem erleichtern die Kostenersparnisse im Vergleich zur Konstruktion eines Hypersportwagens die Budgetfindung.

„Wir nahmen die Le-Mans-Hypercar-Regeln zu Beginn des Jahres 2019 in Augenschein, und wir fanden heraus, dass das Regelwerk für Hypersportwagen ziemlich teuer ist“, zitiert Sportscar365 Porsches GT-Rennsportleiter Pascal Zurlinden, welcher die Überlegungen des Herstellers einer Auswahl handverlesener Journalisten auf einer Telefonkonferenz darlegte. „Zumal man nur an ACO-Wettbewerben teilnehmen kann – also Le Mans und WEC.“

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Demgegenüber bringe die Entwicklung eines LMDh-Prototyps zweierlei Vorzüge mit sich. „Den Vorteil, den wir hinsichtlich der LMDh erkennen, ist die Einsatzmöglichkeit in zwei Meisterschaften auf der gesamten Welt“, hebt Zurlinden hervor. „Aus den Informationen, können wir ersehen, dass die Budgets ziemlich niedrig sind – vergleichbar mit jenen, die wir zurzeit im GT-Programm haben.“

Zur Stunde warte Porsche allerdings auf die detaillierte Ausgestaltung des Reglements, um etwaige Planungen zu konturieren. Dessen Bekanntgabe erfolge höchstwahrscheinlich in Bälde. Inwieweit der Bau eines LMDh-Boliden die werksseitige Teilnahme an der GTE-Klasse beeinträchtigt, darüber könne Linden im Augenblick noch keine Auskunft geben – obschon Porsche in der Vergangenheit bereits ein Doppelengagement schulterte.

In der Saison 2014 kehrte die schwäbische Traditionsmarke nach anderthalb Jahrzehnten Abwesenheit zurück in die Oberklasse des Langstreckensports zurück. Der Einsatzwagen: der Porsche 919 Hybrid, mit dem die Werksmannschaft in den Jahren 2015, 2016 und 2017 dreimal hintereinander das vierundzwanzigstündige Prestigerennen an der Sarthe gewann, ehe der Konstrukteur nach dem Ausbau seiner Le-Mans-Rekordserie den Rückzug verkündete, um in die Formel E einzusteigen.