ELMS an der Algarve: Idec Sport Racing erficht Finalsieg und Titel

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Idec Sport Racing reüssierte beim ELMS-Finale doppelt | © European Le Mans Series

Idec Sport Racing hat beim Finale der Europäischen Le-Mans-Serie nicht nur den Laufsieg errungen, sondern auch den LMP2-Titel. In der LMP3-Liga fiel die Meisterschaftsentscheidung dagegen infolge einer Intervention der Regelhüter. Eine Massenkarambolage löste zu Beginn eine Rotunterbrechung aus.

Im finalen Aufeinandertreffen an der Algarve hat Idec Sport Racing den LMP2-Titelkampf zu seinen Gunsten entschieden. Nach einem ereignisbeladenen Abschlussrennen im Süden Portugals überkreuzten Paul-Loup Chatin, Paul Lafargue und Memo Rojas als Spitzenreiter die Ziellinie. Die Mitanwärter auf die Meistertrophäe leisteten zwar Widerpart, aber Job van Uitert, Roman Russinow und Unterstützer Jean-Eric Vergne waren letzthin außerstande, den Dreizehn-Punkte-Vorsprung von G-Drive Racing zu verteidigen.

Ein Einschreiten der Renndirektion führte schon beim Anbrechen des letzten Wettbewerbsviertels eine Vorentscheidung herbei. Denn van Uitert konkurrierte mit Rojas um die Silberposition, ehe die beiden Kontrahenten kollidierten. Die Regelwächter legten van Uitert die Verursachung des Zusammenstoßes zur Last und ahndeten das Vergehen mit einer Durchfahrtsstrafe. Daraufhin vermochte G-Drive Racing, nur noch den sechsten Platz zu erringen.

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Dieses Ergebnis reichte jedoch nicht zu, um die Führungsposition im Punkteklassement – in Fahrer- und Teamwertung – zu behaupten, weil Idec-Sport-Racing-Lenker Chatin infolge einer allerletzten Safety-Car-Unterbrechung in der Lage war, den ersten Platz zu erstürmen. Beim Fallen der schwarz-weiß karierten Flagge betrug der Vorsprung schlussendlich nur 0,496 Sekunden auf die zweitplatzierten Oreca-Markenkollegen von United Autosports: Filipe Albuquerque und Phil Hanson.

Inter Europol Competition verliert LMP3-Titel

In der Endabrechnung gelang es Idec Sport Racing somit, an G-Drive Racing vorbei zu klettern – mit einem Vorsprung von vier Zählern. Das Stockerl vervollständigte unterdessen Graff Racing mit seiner Oreca-Equipe Tristan Gommendy, Alexandre Cougnaud und Jonathan Hirschi, welche sich im Endspurt gegenüber der zweiten United-Autosports-Besatzung Alex Brundle, Ryan Cullen und Will Owen behaupteten.

In der LMP3-Kategorie fiel die Titelentscheidung wiederum nach einem nachträglichen Eingreifen der Sportkommissare. Inter Europol Competition gewann mit Martin Hippe und Nigel Moore dank eines zweiten Platzes die Fahrerwertung. Allerdings unterschritt Erstgenannter seine Mindestfahrzeit um sechzehn Minuten und dreizehn Sekunden, weshalb die Regelaufseher dem Ligier-Doppel neun Runden vom Ergebnis subtrahierten. Hippe und Moore stürzten dadurch auf den untersten Rang hinab.

Daher stehen nun die Ligier-Markenmitstreiter Mikkel Jensen und Jens Petersen von Eurointernational, welche den vierstündigen Wettstreit im Autódromo Internacional do Algarve eigentlich als Siebente beendet hatten, als neue Meister der LMP3-Division fest. Den Tagessieg erfocht unterdessen Terence Woodward, James Dayson und Ross Kaiser für 360 Racing – ebenfalls aus dem Ligier-Lager.

Massenkarambolage löst Rotunterbrechung in der Frühphase aus

Derweil hatte Luzich Racing bereits bei der Vorschlussrunde auf dem Circuit de Spa-Francorhchamps den GTE-Titelgewinn sichergestellt. An der Algarve erklommen die Ferrari-Athleten Alessandro Pier Guidi, Nicklas Nielsen und Fabien Lavergne schließlich ein weiteres Mal die höchste Stufe des Siegertreppchens. Position zwei bekleideten die markeninternen Rivalen von Kessel Racing: Sergio Pianezzola, David Perel und Andrea Piccini.

Bereits zu Anfang unterbrach eine einstündige Rotphase die Wettfahrt an der Algarve, ausgelöst durch eine Massenkarambolage, in die sechs Piloten involviert waren. Jack Manchester (Carlin Motorsport) war mit seinem Dallara-Prototyp ins Schlingern geraten und prallte in Konsequenz dessen mit Christian England im LMP3-Ligier von United Autosports zusammen. Der Zwischenfall kegelte außerdem die beiden Neunelfer von Proton Competition, den zweiten Ferrari-Boliden von Kessel Racing sowie den Oregon-Norma aus dem Rennen.

Die Europäische Le-Mans-Serie begibt sich nun eine fünfmonatige Winterpause, ehe am letzten Märzwochenende des nächsten Jahres die Einstellfahrten in Barcelona stattfinden. Die weiteren Stationen der kommenden Saison befinden sich – nach dem Auftakt, der ebenfalls in der katalanischen Kapitale steigt – in Monza, Le Castellet, Silverstone, Spa-Francorchamps und an der Algarve.