Nordschleife: Kann Toyota den Rundenrekord Porsches brechen?

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Wäre Toyota auf der Nordschleife schneller als Porsche? | © João Filipe/Adrenal Media

Toyota wäre durchaus willens, Porsches Rundenrekord auf der Nordschleife zu attackieren. TMG-Vizepräsident Rob Leupen bezeigt sich selbstbewusst, ein entfesselter Toyota TS050 Hybrid könne den Bestwert von 5:19,546 Minuten unterbieten. Allerdings: Es fehle das notwendige Budget.

Ist Toyota in der Lage, den Rundenrekord Porsches auf der Nordschleife des Nürburgrings zu brechen? TMG-Vizepräsident Rob Leupen hegt keinerlei Zweifel: Ein von den Restriktionen des Reglements befreiter Toyota TS050 Hybrid könne die Bestmarke auf dem Eifelaner Traditionskurs unterbieten. Überdies wäre der Rennstall-Leiter auch gewillt, seine These in der Praxis auf den Prüfstand zu stellen.

„Es würde mir Spaß bereiten, diese zu überprüfen“, betont Leupen gegenüber Motorsport.com. „Ich denke, dieses Auto wäre auf der Nordschleife schneller als der Porsche.“ Allerdings gebreche es Toyota im Augenblick an den nottuenden liquiden Mitteln, um solch einen Rekordversuch ins Werk zu setzen. „Es bedarf des Budgets und einer Strategie, was wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht haben“, räumt Leupen ein.

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Im vergangenen Sommer schickte sich Porsche an, den vermeintlich unverbrüchlichen Rundenrekord Stefan Bellofs, aufgestellt im Jahr 1983, zu egalisieren. Der Gießener beförderte seinen Porsche 956 dreieinhalb Dekaden zuvor innerhalb von 6:11,13 Minuten über die Nordschleife. Timo Bernhard benötigte für seinen raschesten Umlauf im deregulierten Porsche 919 Hybrid bloß 5:19,546 Minuten.

Hans-Joachim Stuck warnt vor weiteren Rekordversuchen

Sogleich erhob der Chor der Traditionalisten die Stimme, der Rekord sei wertentleert, weil Porsche die Rekordfahrt unter laborähnlichen Bedingungen durchgeführt habe, wohingegen Bellof seine Bestleistung im Rahmen einer Rennveranstaltung mit Gegnern erbrachte. Ferner müsse man die Modifikationen an der Nordschleife in Anschlag bringen. Und: Porsche hätte einen auf den Gruppe-C-Regularien basierenden Prototyp konstruieren müssen.

Ob Porsche tatsächlich beabsichtigte, Vergleichbarkeit sicherzustellen, anstatt schlichtweg die Grenzen des Erreichbaren auszutesten, ist Gegentand einer anderen Diskussion. Ohnehin rief die Rekordunternehmung nicht allerorten Verzückung hervor. DMSB-Präsident Hans-Joachim Stuck erhob den Vorwurf, derlei medienwirksam In-Szene-Setzungen seien fahrlässig angesichts der Sicherheitsrisiken und etwaigen Weiterungen.

„Aber jetzt muss auch mal wieder Ruhe sein mit solchen Sachen“, mahnte Stuck gegenüber Ennstal-Classic-Pressestelle. „Denn wenn etwas passiert wäre, wäre natürlich auch die Chance groß gewesen, dass der Nürburgring geschlossen wird.“ Denn FIA-Präsident Jean Todt hätte bereits gedroht, die Nordschleife äußerstenfalls zu schließen. Nichtsdestoweniger ließ es sich Stuck nicht nehmen, elf Monate später den erfolgreichen VW-Rekordversuch mit dem ID.R abzuwinken. Romain Dumas fuhr mit 6:05,336 Minuten die Bestzeit für Elektroautos.