Spa 24: Nico Bastians ganz persönliche Cinderella-Story

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Nico Bastian erklomm den Gipfel der Meisterschaft in Spa | © Stefan Deck

Angereist mit dem Ziel, das größte 24-Stunden-Rennen für GT3-Autos zu gewinnen, sorgte ein Motorschaden nach dem ersten Training für einen Dämpfer. Vom letzten Startplatz gestartet, lehrte uns Nico Bastian, warum man niemals aufgeben sollte. Bei teils widrigsten Bedingungen kam er wie Phönix aus der Asche und fuhr schließlich zur Meisterschaft in der Silberklasse.

Das wichtigste Rennwochenende des Jahres begann für Nico Bastian am Flughafen von Barcelona: Flugverspätung. Zeitdruck. Stress. Dass es zu einem seiner größten Erfolge werden sollte, wusste er zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Erst einmal ging es darum, vom WEC-Prolog in der katalanischen Kapitale, der kurzfristig in seinen vollen Terminkalender rutschte, in die Ardennen zum 24-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps zu kommen.

Angekommen am Kurs in Belgien, hieß es direkt zur Abnahme für Helm und Anzug, anschließend weiter zu den Verantwortlichen von seinem Team AKKA-ASP – Besprechung vor dem ersten Training am nächsten Morgen. Vor diesem folgte jedoch noch das Highlight für die Fans: Die Parade in die Innenstadt zum Casino, diesmal „bei gemütlichen 40 Grad“, scherzte Nico.

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Normalerweise sei dies „supergeil“ mit den Fans, die an der Straße stehen, „immer möchten, dass man einen Burnout macht“. Für das Team ist dies hingegen der Alptraum, da sie das Auto, genauer gesagt die Antriebswellen und Getriebe, nicht unnötig stressen wollen. Es wurde ein versöhnlicher Abend bei der Autogrammstunde und der Fahrerbesprechung in der besonderen Atmosphäre im Casino, bevor es nach dem Abendessen unter die wohlverdiente Dusche und dann ins Bett ging.

Voller Motivation startete Nico in den ersten Tag. Das Programm: voll. Darauf standen Training, Vorqualifikation, Qualifikation und Nachttraining. Los ging es für ihn und seinen beiden Mitstreiter Timur Boguslavskiy aus Russland und Felipe Fraga aus Brasilien mit Rang zehn im ersten Durchgang, Position eins im Silbercup und lediglich 1,081 Sekunden Rückstand auf den Spitzenreiter.