Tipp der Redaktion: Wer gewinnt das GT3-Gipfeltreffen in Spa-Francorchamps?

607
Gelingt Porsche der erste GT3-Erfolg in den Ardennen? | © Ralf Kieven (1VIER.COM)

Wer triumphiert bei der GT3-Machtprobe in den Ardennen? Wiederholt BMW seinen Vorjahreserfolg bei den 24 Stunden von Spa-Francorchamps? Gelingt Audi der nächste Endurance-Erfolg binnen fünfer Wochen. Oder macht ein anderes Fabrikat das Rennen? Die SportsCar-Info-Redaktion hat getippt.

Maximilian Graf: Während des zurückliegenden Jahrfünfts lösten sich Audi und die Bayerischen Motorenwerke auf der höchsten Stufe des Stockerls ab. Zweimal gewann die Marke von der Donau die 24 Stunden von Spa-Francorchamps, dreimal die Hauptstädter. Auch in dieser Saison entsenden die beiden süddeutschen Konstrukteure Spitzenpersonal in den Ardenner Wald, welches zweifelsfrei Bestandteil der Favoritengruppe ist.

Sind die Weiß-Blauen darum in der Lage, ihren Titel im Hohen Venn zu verteidigen? Nein, das Team Schnitzer, welches mit John Edwards, Martin Tomczyk und Augusto Farfus die im BMW-Lager Führungsrolle einnimmt, muss mit der Silbertrophäe vorliebnehmen. Stattdessen triumphiert ein Hersteller, dem seit Anbruch der GT3-Periode kein Erfolg vergönnt war: Ferrari. Obschon AF Corse in diesem Jahr noch keinen GT3-Werkseinsatz durchführte, ist das GTE-Dauerengagement ein zureichender Beleg für die Fertigkeiten der Roten.

- Anzeige -

Daher verlassen die Ferrari-Experten Alessandro Pier Guidi, James Calado und Sam Bird den belgischen Kurort als Gesamtsieger. Und der Geheimfavorit beim Ein-Tages-Wettstreit auf dem Circuit de Spa-Francorchamps? Dem FFF Racing Team vollstreckt mit dem Fahrerensemble Andrea Caldarelli, Dennis Lind und Marco Mapelli einen Überraschungscoup. Bislang stand das Lamborghini-Trio bei sämtlichen Läufen des Blancpain Endurance Cups auf dem Podest.

Daniel Stauche: In diesem Jahr kann ich mir erstmals einen Sieg eines Porsches im GT3-Zeitalter vorstellen. Das Team 75 Bernhard tritt mit den drei Werksfahrern Laurens Vanthoor, Earl Bamber und Teamchef Timo Bernhard an. Alle drei sind Le-Mans-Sieger in den LMP- und GT-Klassen und kennen sich mit dem Porsche 911 GT3 R bestens aus.

Auf der langen Liste der starken Fahrerpaarungen sticht dieses Trio in Kombination mit dem Bernhard-Team heraus. Ein heißer Konkurrent wird der GruppeM-Mercedes in den Händen von Maximilian Buhk, Maximilian Götz und Lucas Auer sein. Ein dritter Kandidat für das Podium ist die Startnummer eins vom Team WRT mit Robin Frijns, Nico Müller und René Rast am Steuer.

Der Geheimtipp für mich ist Ferrari. Sowohl der Wagen von AF Corse als auch das Auto von HubAuto Corsa sind Kandidaten fürs Podium, sollten sie ohne Defekte durchkommen. AF Corse setzt als Gaststart ein Pro-Auto ein, am Steuer sitzen keine geringeren als Alessandro Pier Guidi, Sam Bird und James Calado. Der 488 aus dem taiwanesischen Team ist hingegen der Sieger der Acht Stunden von Kalifornien und hat sich somit schon einmal gegen die harte Konkurrenz durchsetzen können.

Ralf Kieven: Die Liste der Favoriten geht quer durch das gesamte Starterfeld. Alle Hersteller schicken ihre besten Fahrertalente in die Ardennen. Gleichermaßen betonen alle unisono, wie stark das Feld ist und wie schwer es wird, einen der vorderen Plätze zu belegen.

Wetten würde ich auf keinen der Starter. Dafür muss zuviel zusammen passen und das Glück spielt sicher auch eine nicht zu vernachlässigende Rolle. Wenn ich mich aber festlegen soll, dann tippe ich auf die Porsche-Mannschaft von Timo Bernhard. Zusammen mit Laurens Vanthoor und Earl Bamber greift der Teamchef und Werksfahrer in Personalunion selber ins Lenkrad. Besser geht’s nicht.

Die größte Konkurrenz kommt aus dem eigenen Lager. ROWE Racing rollt drei Neunelfer in die Startaufstellung im Hohen Venn. Neben den beiden stark besetzten Wagen, welche die ganze Saison bestreiten, sticht aber vor Allem die Nummer 998 hervor. Mit Frédéric Makowiecki, Patrick Pilet und Nick Tandy hantiert hier ebenfalls ein bärenstarker Dreier am Volant.

Beim Geheimtipp mach ich es mir einfach. Auch dieser kommt diesmal aus dem Hause Porsche. Der Neunelfer von GPX Racing sieht nicht nur wunderbar aus. Kevin Estre, Michael Christensen und Richard Lietz verfügen durchaus über das Talent, beim Ardennen-Klassiker ganz nach nach vorne zu fahren. Andererseits trifft diese These mindestens auf die Hälfte des Feldes zu.

Gereon Radomski: Nach dem Überraschungscoup durch Walkenhorst Motorsport gewinnt in diesem Jahr wieder eine Werksmannschaft. Diese kommt aus dem Hause Audi. Mit den DTM-Piloten Robin Frijns, Nico Müller und René Rast bietet das W Racing Team das who is who der Szene auf.

Dahinter wird AF Corse das Stockerl erklimmen. Mit den amtierenden Le-Mans-Siegern Alessandro Pier Guidi und James Calado und einen pfeilschnellen Sam Bird hat die italienische Werksmannschaft alle Zutaten für ein Topresultat zusammen. Den Bronzerang wird sich das Team 75 Bernhard sichern.

Mein Geheimtipp bezieht sich auf die Honda Werksmannschaft. Mario Farnbacher zeigt vor allem in dieser Saison in der IMSA SportsCar Championship, wie stark der Acura beziehungsweise Honda NSX GT3 Evo geworden ist. Dazu gesellen sich Renger van der Zande und Bertrand Baguette. Das Trio könnte für einige zum Partyschrecker werden.