Le Mans: Baut Lamborghini einen Hypersportwagen?

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Lamborghini plant den Bau eines Prototyps | © Stefan Deck

Lamborghini erwägt zurzeit einen Einstieg in den Prototypensport. Demnach sei nicht nur die DPi-2.0-Division eine Option, sondern auch die Entwicklung eines Le-Mans-Hypersportwagens. Ein Doppelprogramm komme allerdings nicht in Frage. Den Einsatz solle letztlich eine Kundenmannschaft koordinieren.

Offenbar hat Lamborghini seine konturierten Planungen, ein Programm im Prototypensport zu schultern, noch nicht beiseite gelegt. Demnach erörtert der Hersteller aus Oberitalien nicht nur ein Engagement in der DPi-2.0-Klasse, sondern ebenso die Konstruktion eines Hypersportwagens, um an der künftigen Oberklasse der Langstrecken-WM teilzunehmen. Ein erwägenswerter Einstiegszeitpunkt: die Saison 2022.

Derzeit beteilige sich Lamborghini an Gesprächen der IMSA-Organisation sowie des Veranstaltertandems ACO und FIA. „Wir haben stets die starke Sehnsucht, neuen Herausforderungen entgegenzutreten“, betont Lamborghini-Rennsportdirektor Giorgio Sanna gegenüber Sportscar365. „Sprechen wir über die DPi, Hypersportwagen oder andere Spitzenkategorien, gibt es Herausforderungen, die wir lieben.“

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Angesichts des Fortkommens im GT3-Sektor verschöben sich nunmehr die Prioritäten. „Vor einigen Jahren hatten wir das Ziel, im GT3-Sport auf Höchstniveau zu konkurrieren. Dies haben wir mit Erfolg getan“, resümiert Sanna. „Nun haben wir andere Wünsche und Ziele. Daher schauen wir, was wir Mögliches tun können.“ Die Überlegungen Lamborghinis kreisen insbesondere um die Budgetausgestaltung. Diese Frage beantworteten FIA und ACO allerdings noch nicht endgültig.

Gleichwohl beabsichtige Lamborghini kein bloßes Werksengagement, sondern wolle die Unternehmung gemeinsam mit einem Kundengespann durchführen. Daher stehe der Konstrukteur aus Sant’Agata Bolognese bereits mit einem Rennstall in Kontakt, welches derzeit an der IMSA SportsCar Championship teilnimmt. „Was wir hingegen nicht in Betracht ziehen, ist ein Werksprogramm wie zurzeit in der LMP1“, ergänzt Sanna.

Das gegenwärtige Cadillac-Engagement in der DPi-Riege sei ein handgreifliches Beispiel für das Vorhaben Lamborghinis. Ein Doppelprogramm schließt Sanna dahingegen unumwunden aus. „Viele Dinge sind möglich, aber alles hat seinen Preis“, meint Sanna. Zumal Lamborghini eine langfristige Beteiligung anstrebe. Der Zeithorizont erstrecke sich voraussichtlich über fünf Jahre. Eine finale Entscheidung solle während der kommenden zwölf Monate fallen.