N’ring 24: Audi erficht fünften Gesamtsieg

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Phoenix Racing ist nun der zweiterfolgreichste Rennstall am Ring | © Stefan Deck

Mithilfe einer Fehlervermeidungsstrategie haben Audi und Phoenix Racing den Triumph beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring für sich reklamiert. Demgegenüber stand Manthey-Racing zwar im Begriff, seinen Titel zu verteidigen, beging aber einen folgenschweren Fehler. Black Falcon vervollständigte das Siegertreppchen.

Audi hat zum fünften Mal den Triumph beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring davongetragen. Unbekümmert des ereignisvollen Wettbewerbsverlaufs und wiederholten Umschmelzungen des Klassements demonstrierte der Konstrukteur aus Oberbayern immerzu Durchhaltevermögen, welches die Einsatzmannschaft Phoenix Racing, die einen der drei Werkseinsätze koordinierte, letzten Endes in die Führungsposition beförderte.

Die Kernstrategie: Phoenix Racing wandte sein Tunlichstes daran, keinerlei Fehler zu begehen, vermied Unachtsamkeiten und Unvorsichtigkeiten, um seine Stellung in der Spitzengruppe zu konsolidieren. Geradezu aus dem Gesichtskreis der Vornewegstürmenden entschwunden und zum bloßen Mitfavoriten herabgesunken, kletterte die Meuspather Equipe mittels dieser Taktik nach und nach im Klassement empor.

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Am Sonntagnachmittag erblickten Pierre Kaffer, Frank Stippler, Frédéric Vervisch und Dries Vanthoor schließlich als Spitzenreiter die schwarz-weiß karierte Zielflagge. Zudem kommt dem Erfolg auch für Phoenix Racing statistische Relevanz zu. Denn der Eifelaner Rennstall bejubelte ebenfalls seinen fünften Gewinn des Prestigerennens in der Grünen Hölle – jeweils einmal mit Porsche und Opel, dreimal mit Audi. Damit ist Phoenix Racing auf der Siegerliste nun mit dem Team Schnitzer gleichgezogen.

Laurens Vanthoor begeht fatalen Fehler

Zuvor hatte sich Manthey-Racing darangemacht, seinen Titel am Fuße der Nürburg mit einer Achtung gebührenden Leistung zu verteidigen. Dank einer geradezu dominanten Vorgehensweise verfestigte das Porsche-Quartett Earl Bamber, Michael Christensen, Kévin Estre und Laurens Vanthoor mit Fortdauer der eintägigen Distanz seine Stellung am oberen Ende des Gesamtklassements.

Allerdings unterlief der Equipe in Neongelb ein konsequenzenreicher Lapsus, welcher den Siegeslauf zum Erliegen brachte. Beim Herannahen an einen Code-120-Abschnitt nahm Vanthoor die Flaggensignale der Sportwarte nicht zur Kenntnis, verringerte daher das Tempo nicht rechtzeitig und überschritt die vorgeschriebene Geschwindigkeit um zweiundfünfzig Kilometer pro Stunde. Die Regelwächter sanktionierten dieses Vergehen mit einer fünfeinhalbminütigen Zeitstrafe.

Nichtsdestoweniger gab Manthey-Racing den Sieg noch nicht verloren. Im Gegenteil: Vanthoor sann nun auf Rehabilitation, vermochte sogar, den Rückstand gehörig zu vermindern. Dem Porsche-Athleten glückte dadurch die schnellste Rundenzeit des Wettstreits. Die Uhr stoppte bei 8:17,745 Minuten. Der Parforceritt zeitigte jedoch keinen Erfolg, obwohl der Rückstand tatsächlich erkennbar zusammenschrumpfte.

Car Collection Motorsport erzielt vierten Platz

Auch Stallgefährte Estre war trotz Aufbietung aller zu Gebote stehenden Mittel außerstande, im Endspurt noch einmal die vorausfahrenden Audi-Konkurrenten abzufangen. Eine längere Standzeit beim allerletzten Boxenstopp und ein schleichender Plattfuß verhinderten schlussendlich einen positiven Ausgang des Kabinettstücken der Grello-Truppe. Folglich unterlag Porsche schlussendlich seiner Konzernschwester Audi.

Einen Nebenerfolg erstritten überdies die Audi-Markenkollegen von Car Collection Motorsport. Markus Winkelhock, Christopher Haase, Marcel Fässler und René Rast beendeten die Wettfahrt in der Vulkaneifel an gesamtvierter Stelle. Eine Zeitstrafe verhinderte ein besseres Abschneiden. Die Siegesaspiranten von Land-Motorsport – Christopher Mies, René Rast, Kelvin van der Linde und Christopher Haase – fielen wiederum, an aussichtsreicher Stelle liegend, einem Reifenschaden anheim.

Ein beachtungswürdiges Resultat erzielte unterdessen eine weiteres Ensemble von Manthey-Racing: Das Pro-Am-Gespann Otto Klohs, Lars Kern, Dennis Olsen und Matteo Cairoli kreuzte die Ziellinie auf dem fünften Platz in der Gesamtwertung. Dahingegen fielen die Vorjahressieger mit der Startnummer eins bereits in der Anfangsphase wegen eines Pneuschadens aus der Spitzengruppe heraus; letztlich mussten Richard Lietz, Frédéric Makowiecki, Patrick Pilet und Nick Tandy aufgeben.