LMP2 in Le Mans: Gelingt G-Drive Racing der langersehnte erste Triumph?

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Siegt erstmals G-Drive Racing? | © Daniel Spaar, Kevin Pecks, Manuel Klinkhammer

Neben der GTE-Pro-Wertung verspricht die zweite Liga für Prototypen die meiste Spannung in Le Mans. Kann G-Drive Racing den langersehnten ersten Klassensieg feiern, oder siegt abermals Signatech-Alpine?

2018 gab es einen dominanten Erfolg von G-Drive Racing. Das Auto des russischen Mineralölkonzerns, welches von TDS Racing vorbereitet wird, siegte im vergangenen Jahr mit zwei Runden Vorsprung auf Signatech-Alpine. Bereits kurze Zeit nach dem Rennen wurden beide Autos von TDS Racing disqualifiziert. Die französische Einsatzmannschaft hatte die Zapfanlage manipuliert und somit deutlich kürzere Tankstopps als die Konkurrenz geschafft.

Dieses Jahr soll es nun mit dem ehrlich erkämpften Sieg klappen. Zugpferd ist weiterhin Jéan-Eric Vergne. Auch Roman Russinow ist gewohntermaßen weiter mit an Bord. Komplettiert wird das Aufgebot durch Job van Uitert. Der 20 Jahre junge Niederländer ist der amtierende Meister der hart umkämpften LMP3-Klasse der Europäischen Le Mans Serie und aktuell Führender der LMP2-Wertung in der ELMS.

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Die härtesten Widersacher dürften erneut von der französischen Sportwagenschmiede Alpine kommen. Nicolas Lapierre, André Negrão und Pierre Thiriet führen nicht nur die Fahrermeisterschaft mit 143 Punkten an, sondern erbten 2018 auch den Le-Mans-Erfolg. Ebenfalls mit guten Siegchancen ausgestattet ist das Team von Jackie Chan DC Racing. Innerhalb kürzester Zeit haben sich die Mannen von David Cheng und Jackie Chan zu einer der Top-Mannschaften der LMP2-Klasse gemausert.

Spätestens seit den spektakulären 24 Stunden von Le Mans aus dem Jahre 2017, als Jackie Chan DC Racing fast mit einem LMP2-Sportwagen den Gesamtsieg feiern konnte, muss man die Chinesen auf der Rechnung haben. Ho-Pin Tung, Gabriel Aubry und Stéphane Richelmie liegen nur vier Punkte hinter den Alpine-Athleten. Im Laufe der Supersaison haben Tung, Aubry und Richelmie die Sechs-Stunden-Rennen in Spa, Silverstone und Shanghai gewonnen. Dazu stand man bei den letzten drei Wertungsläufen immer auf der Poleposition.

Eher geringe Chancen auf die Meisterschaft besitzt DragonSpeed. Doch Roberto González, Pastor Maldonado und Anthony Davidson werden ein großes Wort um den Klassensieg mitreden. Bei den vergangenen drei Rennen fand sich das Trio immer auf dem Podest wieder. Da in Le Mans die Weisheit gilt, dass es im Nordwesten Frankreichs immer regnet, hat DragonSpeed einen weiteren Trumpf in der Hand. Beim Sechs-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps zeigte Maldonado sein Können bei Niederschlägen aller Art und deklassierte teilweise seine Konkurrenz.

Die Favoriten im Überblick

Bislang setzen alle genannten Favoriten auf den Oreca 07. Ein favorisierter Rennstall will dieser Oreca-Übermacht Paroli bieten. United Autosports darf sich berechtigte Hoffnungen machen am Ende des eintägigen Wettstreits ganz oben auf dem Stockerl zu stehen. Felipe Albuquerque, Phil Hanson und Paul Di Resta wollen die lange Durststrecke in Le Mans beenden. Seit 2013 hat kein Ligier LMP2 mehr das Heimspiel gewonnen. Damals hießen die Fahrzeuge noch Morgan und wurden von einem Nissan-Motor angetrieben.