Rekordversuch: Volkswagen schließt ID.-R-Testprogramm ab, nächster Halt Nordschleife

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Volkswagen hat ausgiebig in Le Castellet getestet | © Volkswagen

Volkswagen hat mit dem Prototyp ID. R einen weiteren Test in Südfrankreich absolviert. Dabei testete der Hersteller die verbesserte Aerodynamik und das überarbeitete Energiemanagement. Nun soll die erste Probefahrt in der Eifel erfolgen.

Langsam wird es Ernst für Volkswagen. Im Sommer 2019 wollen die Wolfsburger den Rekord für Elektrofahrzeuge auf der Nordschleife brechen. Als Einsatzfahrzeug dient der ID.R, welcher den Rekord beim Bergrennen von Pikes Peak hält. Für den Rekordversuch wurde die Aerodynamik und das Energiemanagement überarbeitet und ausgiebig getestet – zuletzt in Le Castellet.

„Der ID. R ist der leistungsfähigste Rennwagen, den Volkswagen Motorsport jemals entwickelt hat“, meint der Technischer Direktor François-Xavier Demaison. „Mit der 2019er-Evolutionsversion des Rennwagens heben wir seine gesamte Technologie auf ein noch höheres Niveau. Dies gilt auch für den Elektroantrieb, dessen Effizienz wir für den Angriff auf den E-Rundenrekord auf der Nordschleife deutlich gesteigert haben.“

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Ebenjener stellte VW auch im Südosten Frankreichs auf die Probe. „Dafür haben wir mithilfe von Computer-Simulationen ein angepasstes Energiemanagement entwickelt. Diese Software stand zusammen mit der neuen Aerodynamik des ID.R bei den jüngsten Testfahrten in Le Castellet und Alès im Mittelpunkt. Als nächstes steht der erste Test auf der Nordschleife auf dem Programm.“

Volkswagen ID. R leistet 680 Pferdestärke

Das Energiemanagement des ID. R wird von leistungsstarken Computern übernommen. Dieses soll für eine optimale Leistungsabgabe an beiden Motoren, wovon einer auf der Vorderachse, der andere auf der Hinterachse sitzt, sorgen und die Rekuperation variabel nach Situation auf der Rennstrecke steuern. Insgesamt leisten die beiden Motoren ungefähr fünfhundert Kilowatt, was 680 Pferdestärken entspricht.

„Auch die Koordination zwischen der Energierückgewinnung durch die Motoren und der mechanischen Bremse übernimmt der Computer“, beschreibt Marc-Christian Bertram, der als Leiter des Bereiches Elektrik und Elektronik bei Volkswagen Motorsport für das Batteriesystem des ID. R verantwortlich isz. Möglich macht dies die elektronische Übertragung der Bewegungen von Fahrpedal (Drive-by-Wire) und Bremspedal (Brake-by-Wire). Weil der ID. R ohne Getriebe auskommt, ist ein Kupplungspedal nicht erforderlich.

„Der ID. R verfügt über zwei miteinander verbundene Batterieblöcke. Sie versorgen gemeinsam die zwei Elektromotoren“, erläutert Bertram. „Die Energiespeicher an Bord des Rennwagens sind Lithium-Ionen-Batterien. Der ID. R arbeitet mit einer Bordspannung von 850 Volt, er benötigt deswegen eine spezielle Verkabelung und besonderen Isolationsschutz.“