VLN und N’ring 24: ILN sorgt sich um Zukunft der Veranstaltungen

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Die ILN kritisiert die überstürzte BoP ebenfalls | © 1VIER.COM

Die ILN beanstandet: Die Balance of Performance zur Leistungsreduktion trete zur Unzeit in Geltung. Zudem dämmten die Maßnahmen etwaige Sicherheitsrisiken gar nicht ein. Stattdessen berge die Herangehensweise eine Gefahr für die Zukunft der VLN und des 24-Stunden-Rennens.

Die Vorgangsweise der zuständigen Technikkommission, um den Forderungen des DMSB und der FIA nachzukommen, hat nun auch die Interessengemeinschaft Langstrecke Nürburgring zu einer Kommentierung veranlasst. Demgemäß sei die Modifikation der Balance of Performance, welche eine fünfprozentige Leistungsverminderung der Sportwagen in den Klassen SP9, SPX und SP-Pro bezweckt, zur Unzeit erfolgt.

Überdies trügen die Maßnahmen keineswegs zur Erhöhung der Sicherheit auf der Nordschleife des Nürburgrings bei. Im Gegenteil: Die Leistungsrestriktion bedrohe sogar die Zukunft der VLN-Langstreckenmeisterschaft – und auch des 24-Stunden-Rennens. „Es ist fünf vor zwölf“, warnt Martin Rosorius, welcher die Position des ILN-Vorsitzenden bekleidet, in einer Pressemitteilung.

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Der ILN-Interessenzusammenschluss bringt ähnliche Argumente wie Georg Weiss und Klaus Abbelen bei, deren Rennställe bereits ihren Ausstieg ankündigten. Durch die Beschneidung der Spitzenklassen bei simultaner Aufrechterhaltung des Leistungsniveaus in den restlichen Wertungen nähern sich die Höchstgeschwindigkeiten an, wodurch gefahrenträchtige Konstellationen auf den Geraden und in den Bremsbereichen entstehen könnten. Ferner bliebe das Kurventempo unverändert.

Rosorius: „Die aktuelle Lage muss zusätzlicher Ansporn sein“

Den Regelwächtern obliege es darum, solch ein Missverhältnis auszutarieren. „Aufgrund der Heterogenität des Teilnehmerfeldes bei der VLN und dem 24-Stunden-Rennen ist es aus Sicht der ILN wichtig, dass die Rundenzeiten und Höchstgeschwindigkeiten sowie das Beschleunigungsvermögen der einzelnen Klassen in einem vernünftigen und ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen“, legt Rosorius dar.

Es sei darum angezeigt, die Kommunikation auszuweiten. „Die aktuelle Lage muss zusätzlicher Ansporn sein, gemeinsam mit allen Akteuren nach Lösungen zu suchen“, betont Rosorius. „Wir sind derzeit sowohl mit dem DMSB, dem ADAC Nordrhein als auch der VLN in intensivem Kontakt. Selbstverständlich stehen wir auch mit der FIA im direkten Dialog, um die berechtigten Interessen der Teams zu vertreten und den Erhalt der FIA-Zulassung für GT-Fahrzeuge auf der Nordschleife zu sichern.“

Anstatt einer unerwarteten Anpassung der Fahrzeugeinstufung hätte die ILN die Zusammenstellung eines Ausschusses bevorzugt, um das Thema zu erörtern. „Es wäre nach Auffassung der ILN angebracht gewesen, anstelle einer kurzfristig kommunizierten BoP frühzeitig eine Arbeitsgruppe unter Einbeziehung aller Betroffenen ins Leben zu rufen, um zielführende Lösungen zu erarbeiten und den Teams entsprechende Planungssicherheit zu geben“, setzt Rosorius dazu.