Sebring 1000: Toyota erzielt ungefährdeten Arbeitsdoppelsieg

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Toyota erstritt erwartungsgemäß einen Doppeltriumph bei den Sebring 1000 | © Gazoo Racing

Toyota hat bei der Erstauflage der Tausend Meilen von Sebring eine weitere Pflichtaufgabe erledigt. Der japanische Automobilhersteller errang einen erneuten Zweifacherfolg. Derweil machte Porsche den BMW-Widersachern den GTE-Pro-Pokal in der Schlussphase abspenstig. Project 1 kletterte nach einem Brand auf das GTE-Am-Podest.

Die Erstausgabe des Tausend-Meilen-Rennens in Sebring hat im Wettstreit um den Gesamterfolg keinerlei Überraschungen hervorgebracht. Erwartungsgemäß fuhr die Werksabordnung Toyotas, die vorderen beiden Ränge im Klassement okkupierend, einen Arbeitssieg ein. Im Binnenduell des fernöstlichen Konstrukteurs überkreuzten Sébastien Buemi, Kazuki Nakajima und Fernando Alonso die Ziellinie mit einem Ein-Runden-Vorsprung.

Auf diese Weise konsolidierte das Dreierensemble ebenso seinen Führungsrang in der Tabelle. Der Vorsprung auf die Stallgefährten José María López, Kamui Kobayashi und Mike Conway beträgt nunmehr fünfzehn Punkte. Eine Vorentscheidung im internen Wetteifer fiel bereits, als López im Überrundungsverkehr mit dem Aston-Martin-Sportwagen des TF-Sport-Piloten Jonathan Adam kollidierte. Der Zusammenstoß machte wegen der erforderlichen Instandsetzung jegliche Siegeshoffnungen zuschanden.

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Das Stockerl komplettierte wiederum SMP Racing. Somit schnitten Michail Petrowitsch Aljoschin und Witali Alexandrowitsch Petrow mit der Unterstützung Brendon Hartleys, welcher nach dem Porsche-Forfait seinen ersten WM-Einsatz absolvierte, unter den Privatmannschaften am erfolgreichsten ab. Elektronikprobleme hinderten dagegen Rebellion Racing an ernstlicher Gegenwehr durch Gustavo Menezes, Nathanaël Berthon und Thomas Laurent.

Porsche profitiert von Regen in der Endphase

Die halbtägige Wettfahrt auf dem Sebring International Raceway endete indessen hinter dem Safety Car, ausgelöst durch TDS Racing. Infolge einsetzender Regenfälle während der Schlussphase hatte Loïc Duval die Kontrolle über seinen Oreca-Prototyp eingebüßt und war in die Reifenstapel eingeschlagen. Die LMP2-Liga gewannen derweil die Markenkollegen von Jackie Chan DC Racing: David Heinemeier Hansson, Jordan King und Will Stevens.

Der Porsche-Werksdelegation gereichten die Niederschlag im finalen Abschnitt des zwölfstündigen Wettbewerbs dahingegen zum Nutzen. Den Abstand zu den GTE-Pro-Spitzenreitern sukzessive vermindernd, beförderte ein rascher, siegbringender Boxenstopp zum Montieren der Regenreifen das Duo Gianmaria Bruni und Richard Lietz in Führung. Das Team MTEK musste darum mit dem Silberrang vorliebnehmen. Am Steuer: Nick Catsburg, Martin Tomczyk und Alexander Sims.

In der GTE-Pro-Am triumphierte Dempsey-Proton Racing. In der Podiumsmitte stemmten Christian Ried, Matt Campbell und Julien Andlauer die Siegertrophäe empor. Zweite wurden die Ferrari-Athleten Thomas Flohr, Giancarlo Fisichella und Francesco Castellacci. Ein nervenaufpeitschendes Wochenende erlebte wiederum die Mannschaft des Teams Project 1, deren Porsche-Neunelfer noch bei den Vorbereitungsfahrten am voraufgehenden Wochenende in Flammen aufgegangen war.

Project 1 erficht Podiumsresultat nach Fahrzeugbrand

Aufgrund der Feuerschäden sei eine Reparatur ausgeschlossen gewesen. Darum ließ Project Motorsport binnen dreier Tage einen neuen Porsche-Sportwagen einfliegen und präparierte den Elfer für den Endurance-Einsatz. Die Belohnung: ein Podestresultat in der GTE-Am-WErtung. Jörg Bergmeister, Egidio Perfetti und Patrick Lindsey erstiegen schlussendlich die unterste Stufe des Siegertreppchens.

„Manche Geschichten schreibt nur der Motorsport“, äußert Teammanager Axel Funke in einem Kommuniqué. „Der dritte Platz von Egidio Perfetti, Patrick Lindsey und Jörg Bergmeister bildet zweifelsohne einen bewegenden Erfolg in unserer Teamgeschichte. Noch wenige Tage zuvor standen wir vor der Entscheidung, ob wir aufgeben müssen oder weiterkämpfen. Nun stehen wir hier und feiern auf dem Treppchen bei den Tausend Meilen von Sebring. Einfach unglaublich!“

Die Langstrecken-WM biegt nun auf die Zielgerade ihrer Supersaison, welche sich über dreizehn Monate erstreckt. Nächste Station ist der Circuit de Spa-Francorchamps im Ardenner Wald, wo die FIA World Endurance Championship zum zweiten Mal zum Sechs-Stunden-Rennen gastiert. Das Finale findet anschließend am Wochenende vor Sommersonnenwende bei den 24 Stunden von Le Mans statt.