Sebring-Test: Toyota fährt Rundenrekord, Brand bei Project 1

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Toyota war beim Sebring-Test pflichtgemäß am schnellsten | © Toyota Motorsport GmbH

Toyota hat bei den Probefahrten anlässlich der Tausend Meilen von Sebring einen inoffiziellen Rundenrekord aufgestellt. SMP Racing war die schnellste Privatmannschaft, verunfallte aber am Sonntag. Das Team Project 1 fiel einem Fahrzeugbrand zum Opfer. Equivalence of Technology überarbeitet.

Zur Vorbereitung auf die Erstauflage des Tausend-Meilen-Rennens in Sebring richteten die Organisatoren der Langstrecken-WM am vergangenen Wochenende eine zweitägige Einstellfahrt aus. Erwartungsgemäß war die Toyota-Werksmannschaft am schnellsten. Bereits im ersten der vier Trainingssegmente stellte der Konstrukteur aus Fernost einen neuen, wenngleich inoffiziellen Rundenrekord auf dem ehemaligen Flughafengelände auf.

Werksfahrer Mike Conway beförderte sich beim samstägigen Auftakt binnen 1:42,673 Minuten über den Sebring International Raceway. Im Nachmittagsdurchgang verbesserte sich Conway nochmals. Die Uhr stoppte nach der raschesten Umrundung bei 1:41,211 Minuten. Dieser Bestwert blieb tags darauf ununterboten. Die Schwesterbesatzung führte wiederum Fernando Alonso an, dem 0,926 Sekunden zur Referenzmarke des federführenden Stallgefährten fehlten.

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Beste Privatiermannschaft war SMP Racing. Sergei Olegowitsch Sirotkin erzielte im BR1-Prototyp eine Bestzeit von 1:42,357 Minuten. Für Teamkollege Witali Alexandrowitsch Petrow endeten die Testfahrten wiederum unglücklich: Der ehemalige Formel-1-Athlet verunfallte in der Neunzig-Grad-Kurve Cunningham, wobei dessen LMP1-Sportwagen Beschädigungen an der Frontpartie davontrug.

Neunelfer des Teams Project 1 fällt Feuer zum Opfer

In der LMP2-Liga gelang dem Racing Team Nederland die schnellste Rundenzeit. Nyck de Vries hievte den Dallara-P217-Boliden mit Gibson-Motorisierung innerhalb von 1:47,086 Minuten über die floridianische Kultpiste. Derweil dominierte das Ford-Werksgespann, welches zurzeit mit einem Ausstieg kokettiert, die GTE-Pro-Wertung. Obenauf war Andy Priaulx dank eines Bestwertes von 1:57,411 Minuten – 0,703 Sekunden flotter als sein Binnenkonkurrent Olivier Pla.

In der GTE-Am-Wertung gab Dempsey-Proton Racing den Ton an. Porsche-Spezialist Matteo Cairoli umkurvte den Sebring International Raceway innerhalb von 1:58,707 Minuten. Für die Markenkollegen des Teams Project 1 stand das Wochenende wiederum unter einem Unstern. Porsche-Werksfahrer Jörg Bergmeister war im Begriff, die Prüffahrten am Sonntagmorgen aufzunehmen, als dessen Neunelfer Feuer fing.

Das in Flammen stehende Fahrzeug abgestellt, schickte sich Bergmeister Augenzeugenberichten zufolge sogleich an, einen Feuerlöscher an einem Streckenposten zu suchen, ehe die Rettungsmannschaft mit einigen Minuten Verzögerung eintraf. Diesen Hergang schildern zumindest verschiedene Medien. Nach Angaben des Teams Project 1 habe Bergmeister keinerlei Verletzungen oder Rauchvergiftung erlitten. Nun wolle die Equipe ein neues Chassis einfliegen lassen.

Regelhüter überarbeiten Equivalence of Technology

Überdies haben die Regelwächter im Vorfeld des Gastspiels im Sunshine State die Equivalence of Technology in der LMP1-Oberklasse justiert. Während die Konfiguration der beiden Toyota-Hybridprototypen unangetastet bleibt, gereicht die Neuerung den Privatiers zum Nachteil, weil das EoT-Korrektiv den Rennern ohne Elektroantrieb einen geringeren Energieverbrauch pro Runde vorschreibt.

Bei Saugmotoren liegt der Wert bei 103,1 Megajoule pro Umlauf, bei Turboantrieben sind es sogar nur 95,8 Megajoule. Somit beträgt die Verminderung etwa zweieinhalb respektive dreieinhalb Prozent. Da ByKolles Racing einen Motorentausch vollzogen hat und ohnehin bei der Begegnung in Sebring pausiert, ist SMP Racing die einzige restierende Mannschaft mit einem Turbomotor in der LMP1-Division.