Langstrecken-WM: Wer steigt mit einem Hypercar ein?

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Wer entwickelt einen Le-Mans-Hypersportwagen= | © Ferrari, ByKOLLES und BMW

Mit der Einführung einer neuen Hypercar-Königskategorie in der Langstrecken-WM spricht die Szene über immer neue Hersteller, die Interesse an einer Teilnahme bekunden. Demgegenüber stehen allerdings auch Absagen namhafter Hersteller. Wie ist also der aktuelle Stand um feste, potenzielle oder ausgeschlossene Teilnahmen an der LMP1-Nachfolgerklasse?

Infolge der Verkündung des ACO für die Saison 2020/21, eine neue Topkategorie einzuführen, die Hypercars den Weg in die Serie ebnen soll, bekundeten zahlreiche Hersteller Interesse an einer Teilnahme. Doch nach ersten Evaluierungen winkten einige auch genau so schnell wieder ab, wie zuvor das Interesse signalisiert wurde. Als sicher gelten bislang erst wenige Informationen, während viele Hersteller ein Engagement noch prüfen.

Eine feste Zusage, an der Klasse teilzunehmen, haben bislang lediglich die private LMP1-Mannschaft ByKolles und die Scuderia Cameron Glickenaus gegeben. Während sich beide Teams bereits intensiv mit den Vorbereitungen ihrer Programme beschäftigen, stellt sich besonders bei ByKolles noch die Frage nach einem Einsatzfahrzeug. Die SCG ließ bereits verlauten, dass deren Einsatzfahrzeug mit dem Namen SCG 007 LMP1 eine Evolution des aus Nordschleifenkreisen bekannten SCG 003 C sein wird.

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Keine festen Zusagen, aber aktive Mitarbeit an der Erarbeitung des Regelwerks für die Hypercars kommt derweil von einigen namhaften Herstellern. Toyota, als letztes verbliebenes LMP1-Werk, nimmt hier gemeinsam mit McLaren und Aston Martin an den Gesprächen teil. Ferrari, das dem Programm zunächst eine Absage erteilte, hat nun seine Meinung revidiert und nimmt laut Dailysportscar ebenfalls an den Gesprächen teil und prüft derzeit auch ein Engagement in der Klasse.

Enger Zeitplan bei Entscheidung für Premierensaison

Eine klare Absage haben Porsche und BMW bereits erteilt. Jens Marquardt, Motorsportdirektor bei BMW, erklärte die Absage mit einer fehlenden Produktbasis. „Derzeit haben wir kein Hypercar in unserem Produktportfolio, weshalb wir das Projekt nicht innerhalb weniger Jahre aus dem Boden stampfen können“, erläutert Marquardt gegenüber Sportscar365.

Unabhängig vom Status der Projekte bleibt der Zeitrahmen äußerst eng. Nachdem die Grundregeln erst kürzlich präsentiert wurden, kann nun die Einschätzung über Kosten und weitere Aspekte seitens der Interessenten erfolgen. Die erste Saison beginnt bereits in weniger als zwei Jahren, was einen straffen Zeitplan zur Folge hätte.