ELMS in Spa-Francorchamps: G-Drive holt Titel bei abgebrochenem Halbfinale

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Trotz wiederholter Fehlgriffe errang G-Drive Racing vorzeitig den Titel | © Jakob Ebrey

Aufgrund sintflutartiger Regenfälle hat die Rennleitung das ELMS-Halbfinale nach zweieinhalb Stunden mit der roten Flagge abgebrochen. Den Tagessieg trugen Philip Hanson und Filipe Albuquerque für United Autosports davon. Indes errang G-Drive trotz gravierender Fehler den Titel.

Ein Aufruhr der Elemente beim Halbfinale in Spa-Francorchamps hat den Veranstaltern der Europäischen Le-Mans-Serie organisatorische Flexibilität abverlangt. Angesichts der Wetterprognosen entschied sich der ACO bereits am Samstag, den Start des vierstündigen Wettstreits im Ardenner Wald für 10.45 Uhr – anstatt wie geplant um 12.30 Uhr – anzuberaumen, um die Wettfahrt am Sonntagmittag abzuwinken, ehe vorhergesagte Sturmböen und Gewitter heraufziehen.

Trotz der Weitsicht der Organisatoren musste die Rennleitung den Wettbewerb bereits nach ungefähr zweieinhalb Stunden außerplanmäßig mit der roten Flagge abbrechen. Somit ging United Autosports als Sieger aus der vorletzten Saisonbegegnung hervor. Zur Halbzeit, welche die Regelwächter zur Endwertung heranzogen, lagen die Ligier-Athleten Philip Hanson und Filipe Albuquerque an vorderster Stelle, die bis dato vierzig Runden gefahren waren.

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Die Markenkollegen von Panis-Barthez Compétition erstritten wiederum den Bronzerang. Timothé Buret, Julien Canal und William Stevens erklommen die unterste Stufe des Stockerls. An zweiter Stelle positionierten sich dazwischen die Oreca-Piloten Henrik Hedman, Ben Hanley und Nicolas Lapierre von DragonSpeed, welche somit die Silbertrophäe beim Gastspiel im Hohen Venn errangen.

Designierte Meister leisten sich mehrere Fehler

Obwohl der vorzeitige Abbruch des Vier-Stunden-Rennens auf dem Circuit de Spa-Francorchamps eine Halbierung des Punktequantums bedingte, genügten G-Drive Racing die voraufgehenden Triumphfahrten im bisherigen Saisonverlaufen, um den Titelgewinn schon nach fünf von sechs Läufen für sich zu reklamieren. Roman Russinow, Andrea Pizzitola und Jean-Eric Vergne starten bei der Endrunde an der Algarve am letzten Oktoberwochenende mit einem uneinholbaren Vorsprung in der Tabelle.

Dennoch stolperte die Oreca-Mannschaft in Orange geradewegs zum Meisterschaftsgewinn in der Europäischen Le-Mans-Serie. Zunächst unterlief Pizzitola zweimal derselbe Fehlgriff im Bereich Stavelot. Beim Anbremsen der ersten Rechtskurve geriet Pizzitola in Schlingern und rutschte daraufhin durchs Kiesbett. Damit büßte G-Drive Racing, zu Anfang von der Poleposition losgefahren, Plätze en masse ein.

Anschließend verkalkulierte sich Stallgefährte Vergne bei der Anfahrt zur Bus-Stop-Schikane, wobei der Oreca-Fahrer einen der Porsche-Neunelfer von Proton Competition rammte, welcher infolgedessen über die regennasse Grünfläche schlitterte und mit dem Oreca-Prototyp von Algarve Pro Racing und Rebellion Racing kollidierte. Diesen Fauxpas sanktionierten die Regelhüter mit einer zweiminütigen Stop-and-Go-Strafe.