Langstrecken-WM: Lamborghini verneint GTE-Programm

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Lamborghini ist von dem GTE-Einstieg abgerückt | © 1VIER.COM

Seit Jahren rankte das Gerücht durch die Fahrerlager der Langstrecken-WM, dass Lamborghini in die GTE-Klasse einsteigen würde. Im abgelaufenen Sommer wurde dieses Vorhaben erstmals verschoben. Nun hat der Hersteller aus Sant’Agata Bolognese sich gegen die GTE-Wertung entschieden. Stattdessen liegt der Fokus auf dem hauseigenen Markenpokal und der GT3-Klasse.

Seit 2016 hat sich Lamborghini mit der GTE-Wertung befasst und ein mögliches Werksprogramm evaluiert. Doch der mögliche Einstieg wurde im letzten Sommer verschoben. Damals hieß es, Lamborghini wolle sich voll und ganz auf Entwicklung des SUV Urus konzentrieren. Nun ist der Hersteller aus Sant’Agata Bolognese vorerst vollständig von der GTE-Division abgerückt.

Der Fokus der Marke mit dem Stier liegt auf der GT3-Klasse und der Lamborghini Huracán Super Trofeo. In beiden Klassen will die italienische Manufaktur seine Kundenbasis vergrößern und stärken. In der kommenden Saison wird es für den Huracán GT3 ein Update-Kit geben. „Die GTE-Klasse steht momentan nicht auf unserem Fahrplan. In den nächsten drei Jahren wird es kein Lamborghini-Programm geben, welches höher anzusiedeln ist als die GT3-Wertung“, erklärte Lamborghini-Motorsportchef Giorgio Sanna gegenüber Sportscar365.

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Maßgeblich zu dieser Entscheidung beigetragen hat die unklare Zukunft in der gesamten Sportwagenwelt. Durch die neue Spitzenklasse mit Hypersportwagen des ACO könne laut Sanna die derzeitig stark besetzte GTE-Wertung schnell in der Bedeutungslosigkeit verschwinden.

„Natürlich wollen unsere Kunden mehr machen als bisher. Aber wir müssen Schritt für Schritt wachsen. Denn je weiter wir aufsteigen, desto größer werden auch die Risiken. Und diese müssen richtig abgewogen werden. Die Entwicklung eines GTE-Sportlers dauert zwei bis drei Jahre, aber keiner weiß, was dann sein wird“, führt Sanna weiter aus.

Als mögliche Einsatzmannschaften des GTE-Bolidens waren Wayne Taylor Racing und das Team Rosberg im Gespräch. Neben der Langstrecken-WM sollte auch die IMSA SportsCar Championship werksseitig bestritten werden.