Kommentar: Die SRO hat sich beim Kalender verplant

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Das Paul Ricard 1000 ist das letzte von vier Rennen in fünf Wochen | © Stefan Deck

Der Kalender der Blancpain GT Series für 2019 wurde in Spa präsentiert. Neben den Änderungen dreier Strecken fällt vor allem ins Auge, dass einige Rennwochenenden sehr dicht geballt sind. Die SRO sollte sich noch einmal überlegen, ob sich dies nicht optimieren lässt. Auf Teams, Fahrer, Organisation und Journalisten kommt eine hohe Belastung zu.

SRO-Gründer und Geschäftsführer Stéphane Ratel hat auf seiner alljährlichen Pressekonferenz in Spa den Kalender für die kommende Saison bekanntgegeben. Auf den ersten Blick hat sich nicht viel geändert. Die wohl größte Nachricht ist, dass der Nürburgring das Drei-Stunden-Rennen zurückbekommt – angesichts der großen deutschen Teambeteiligung eine gute Entscheidung. Darüber hinaus kommt mit dem Österreichring ein weiteres Rennen in der DACH-Region dazu.

Allerdings hat sich, meiner Meinung nach, der Veranstalter bei der Terminverteilung verplant. Im Frühjahr 2019 ballen sich vier Rennen in einem Zeitraum von fünf Wochen. Hier stellt sich die Frage, ob die Teams dies logistisch bewältigen können. Zugegeben – mehrheitlich die größeren Mannschaften wie Grasser Racing, WRT oder Akka-ASP nehmen momentan an Sprint- und Langstreckenpokal teil.

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Aber auch diese haben keine unendlichen Ressourcen, um folgenden Plan zu verfolgen: Am ersten Maiwochenende steht das erste Sprintwochenende in Brands Hatch an, nur um anschließend auf der Insel zu bleiben und die Drei Stunden von Silvestone zu absolvieren. Anschließend ist eine Woche Pause, worauf die Sprintrennen in Österreich folgen, sowie direkt darauf das Paul Ricard 1000. Hier bleibt nur wenig Zeit zur Regeneration und Überprüfung oder Reparatur der Autos.

Damit nicht genug – direkt im Anschluss, Ende Juni nämlich, geht es weiter mit dem Sprintcup in Misano. Dieser findet jedoch nur eine Woche nach dem 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring statt – an welchem ein Teil der Mannschaften teilnimmt. Anschließend, in der Woche nach Misano, geht es weiter nach Spa zum Testtag. Zum krönenden Abschluss finden die Zehn Stunden von Suzuka in der Woche vor den Drei Stunden vom Nürburgring statt und nur sieben Tage später steigt der Sprintcup in Ungarn.

Diese Terminplanung wird nicht alle Mannschaften betreffen. Dennoch ziehen sicherlich mehrere Equipen in Betracht, das komplette SRO-Programm zu absolvieren. Darüber hinaus sind die GT3-Teams oftmals auch in ihren nationalen Serien unterwegs, was sie vor weitere logistische Herausforderungen stellt.

Doch nicht nur die Teilnehmer stehen hier vor einer Herausforderung. Auch die Pressevertreter müssen nun längere Reisen in Kauf nehmen, wenn sie die Blancpain-Serie begleiten. Statt sich vom Wochenende zu erholen, müssen sie bereits zur nächsten Veranstaltung hetzen. Zeit zur Vor- und Nachbetrachtung? Gering. Falls die SRO eine Lösung findet, die Rennen etwas zu entzerren, wäre diese sehr willkommen!

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