Laura Kraihamer: „Das ist einfach etwas Einzigartiges“

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Der Mythos Nordschleife hinterlässt seinen Eindruck

Den Abschluss des Marathonwochenendes bildete der zweite Lauf der GT4 | © Stefan Deck

„Es hat sich der ganze Mythos Nordschleife unfassbar für mich aufgebaut. Ich hatte es selten vor einem Rennen, dass ich so einen irren Respekt hatte. Dieses ganze Thema Nordschleife ist so gepusht, da die Strecke einfach so grundverschieden ist. Die Nordschleife muss man genauso annehmen, wie sie ist. Man muss der Nordschleife ihren eigenen Willen lassen. Sie hat ihren eigenen Charakter. Wenn man sich da anpasst, dann funktioniert es ganz gut“, erklärt sie ihre Faszination für die Strecke.

Für das Rennen verspricht sie sich einiges im reinen Frauenteam, bestehend aus Naomi Schiff, Rahel Frey, Lena Strycek und Kraihamer selbst. „Ich weiß, dass ich für mich den Anspruch habe maximal zu leisten. Ich glaube, wir haben ein supercooles Team, das total homogen ist mit Rahel, Naomi, Lena und mir. Wir können da sicher ganz Großes leisten, wenn alles zusammenpasst.“

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Das Ganze auf einer Rennstrecke, die es der Österreicherin angetan hat. „Für mich ist die Nordschleife so ein eigener Charakter. Sie hat ein ganz eigenes Kapitel beansprucht in meinem Leben und meinem Kopf.“ Damit sei sie neben Spa-Francorchamps nun gleichwertig ihre Lieblingsstrecke: „Spa ist einfach geil. Das hat was, der ganze Streckenfluss gefällt mir einfach. Das kann man nicht so pauschalisieren.“

Angesprochen auf ihre Zukunft, schwärmt Kraihamer noch von einem weiteren Klassiker. „[…] Le Mans fahren zu können, wäre mein größter Traum. Durch meinen Bruder bin ich mit der ganzen Prototypen-Szene etwas aufgewachsen. In den letzten paar Jahren war ich immer wieder dabei und habe extrem viel verfolgt und weiß sehr viel drüber und bewundere das zu tiefst. Ob man Le Mans in einem LMP fährt oder einem GT ist wahrscheinlich am Ende des Tages davon bestimmt, wie es sich ergibt.“

Auf der Ergebnisseite stehen am Ende ein Ausfall und ein achter Platz in Zolder. Im VLN-Rennen reichte es gemeinsam mit Teamkollegin Naomi Schiff für Platz siebzig im Gesamtklassement und Rang drei in der Klasse. Doch das Erlebnis wird ihr immer in Erinnerung bleiben: „Ich würde die Doppelbelastung auf jeden Fall wieder auf mich nehmen rückblickend. Das war sicher eines der geilsten Dinge, die ich jemals in meinem Leben gemacht habe.“

Das Interview wurde geführt von Stefan Deck.