Christian Menzel: „Das ist eine Verarsche dem Sport gegenüber“

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„Das ist eine Verarsche den Fans gegenüber“, moniert Christian Menzel | © VLN Presse

„Kommt ihr euch eigentlich nicht bescheuert vor?“, wetterte Christian Menzel im Ring-Radio. Der Ferrari-Pilot polemisierte gegen diejenigen Hersteller, welche während der Vorbereitung auf das 24-Stunden-Rennen offensichtliches Sandbagging betreiben. Seine Forderungen: drakonische Strafen für derlei Täuschungsmanöver.

Auch nach der diesjährigen Westfalenfahrt auf der Nürburgring-Nordschleife drängte sich der Verdacht auf: Ein Gros der SP9-Spitzenklasse taktiert während der Vorbereitungen auf das 24-Stunden-Rennen, um etwaigen Einschränkungen durch die Balance of Performance zu entrinnen. „Leute, das ist doch peinlich, was ihr da draußen aufführt“, zürnte Christian Menzel darum im Ring-Radio.

In Ansehung dieser Wettbewerbsverzerrung polemisierte Menzel scharfzüngig gegen ebenjene Hersteller. „Das ist eine Verarsche den Fans gegenüber. Das ist eine Verarsche dem Sport allgemein gegenüber“, macht sich Menzel Luft und setzte nach: „Kommt ihr euch eigentlich nicht bescheuert vor? Frage ich mal ganz ehrlich.“ Diese Vorgehensweise könne Menzel nicht nachvollziehen, weshalb der Ferrari-Pilot und seine Stallgefährten bei WTM Racing stets am Limit gefahren seien.

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Um solche Täuschungsmanöver künftig zu verhüten, fordert Menzel empfindliche Sanktionen für Sandbagging bei den Läufen der VLN-Langstreckenmeisterschaft. „Und ich bin dafür, dass diejenigen, die so ein Sandbagging betreiben, auch gnadenlos bestraft werden sollen“, meint Menzel. „Mein Gott: Wir wissen doch alle, was die Autos können. Und dann meinen die wieder, so Spielchen spielen zu müssen.“

Menzel: „Dann verändern die ihr Mapping, und das Ding läuft wieder normal“

Zumal solch eine Vermeidungsstrategie keineswegs verborgen bleibe. „Da gibt es Fabrikate, die haben plötzlich keine Leistung – dir tränen die Augen, weil die Motoren völlig überfettet laufen“, schildert Menzel den Hergang auf dem Eifelaner Traditionskurs. „Und auf einmal haben die Qualm an der Kette, und das geht für ein paar hundert Meter richtig gut. Ich komme gar nicht an denen vorbei, und vorher kannst du die locker überholen, wenn du willst.“

Menzel sei sich der drohenden Eingriffe durch das BoP-Korrektiv durchaus bewusst, jedoch missbilligt der Langenfelder solche Übertreibungen, womit sich manche Teilnehmer der Lächerlichkeit preisgäben. „Aber da muss man doch nicht hingehen und zehn Sekunden langsamer fahren oder plötzlich auf der Geraden dann keine Leistung mehr haben“, entgegnet Menzel kopfschüttelnd.

Mit bildhaften Vergleichen erläuterte Menzel Kommentator Lars Gutsche die Vorgänge auf der Nordschleife. „Aber weißt du, wie das gestunken hat? Ich hatte Tränen in den Augen, mir tat alles weh; das habe ich noch nie gehabet. Das ist wie 1977, wenn du auf der Autobahn im Stau gestanden hast“, höhnte Menzel. „Dann verändern die ihr Mapping, und dann läuft das Ding wieder normal.“