Jürgen Alzen: „VLN ist nicht das, was ich unter Breitensport verstehe“

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Jürgen Alzen vermisst die Nordschleife, aber nicht die VLN | © Ralf Kieven (1VIER.com)

Jürgen Alzen konstatiert eine Fehlentwicklung in der VLN-Langstreckenmeisterschaft, welche sich vom Breitensport abgewandt habe. Darum bereue der Kirchener seinen Wechsel in die Spezial-Tourenwagen-Trophy nicht, sehnt sich aber zuweilen nach Einsätzen auf der Nordschleife des Nürburgrings.

Im vorvergangenen Jahr verließ Jürgen Alzen missmutig die VLN-Langstreckenmeisterschaft, um stattdessen mit seinem Ford GT die Spezial-Tourenwagen-Trophy zu bestreiten. Wehmut verspüre der Sportwagenroutinier allerdings nicht. „Wozu sich die VLN entwickelt hat, ist nicht das, was ich unter Breitensport verstehe“, beanstandet Alzen im RN Vision TV Motorsport Talk. „Deshalb: Der Abschied fällt mir überhaupt nicht schwer.“

Gleichwohl räumt Alzen ein, sich nach der Nürburgring-Nordschleife zu sehnen. Allerdings komme ein Einsatz in der VLN-Langstreckenmeisterschaft nicht in Frage. „Ich bin aber froh, dass ich die schönen Tage miterlebt habe“, betont Alzen, der nach seinem letztjährigen STT-Einsatz ein positives Zwischenfazit zieht. „Es ist viel, viel einfacher. Das heißt: Ich habe Spaß. Ich bin Kunde, und ich möchte einfach als Kunde behandelt werden.“

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Zum einen goutiert Alzen die unkomplizierten Abläufe, zum anderen hebt das Urgestein die Erschwinglichkeit hervor. „Ich komme dorthin; es ist bezahlbar“, erklärt Alzen, der keineswegs über die Kürze der Sprintrennen klagt. „Ich fahre zweimal dreißig Minuten, ich kann mich austoben, ganz simples Regelwerk . Da wird nicht beschissen. Man braucht es auch nicht. Die Abnahme ist in fünf Minuten gemacht, und dann können wir zum Wesentlichen übergehen – zum Fahren. Und das ist das, was ich möchte.“

Aufgrund der Erfahrungen in der zurückliegenden Saison beabsichtigt Alzen, auch in diesem Jahr mit dem Ford GT in der Spezial-Tourenwagen-Trophy anzutreten. Der wichtigste Aspekt dieser Unternehmung: Das Vergnügen stehe im Vordergrund, was in der VLN-Langstreckenmeisterschaft zuletzt nicht zugetroffen habe. Namentlich „drakonische Strafen“ hätten Alzen die Einsätze auf der Nordschleife des Nürburgrings vergällt.

„Ich würde schon gerne das 24-Stunden-Rennen fahren – auch als Team“, gesteht Alzen nichtsdestoweniger, welcher in diesem Zusammenhang in der Vergangenheit schwelgt. „Aber wenn ich sehe, welcher Aufwand da gefordert ist, muss ich sagen: nein. Auch die Kosten sind für mich nicht mehr tragbar.“ Zudem werde Alzen in Zukunft zumindest als Zuschauer gelegentlich bei VLN-Läufen zugegen sein.