Renndirektor Michael Bork: „Die kleinen Teams bilden das Rückgrat der VLN“

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Die Kleinen seien unverändert integraler Bestandteil der VLN, meint Michael Bork | © Jan Brucke/VLN

Gerät die Langstreckenmeisterschaft mit dem Breitensportgedanken in Konflikt? Michael Bork verneint diese Frage trotz zunehmender Professionalisierung. „Genau wie unsere einzelnen Motorsportclubs als Veranstalter hinter den Rennen bilden die kleinen Teams das Rückgrat der VLN“, kehrt der neue Renndirektor hervor.

Steht die VLN-Langstreckenmeisterschaft im Begriff, ihren Status als Breitensportserie einzubüßen? Michael Bork, welcher seit dem vergangenen Sommer die Stelle des Renndirektors bekleidet, verneint diese Frage. Unbeschadet der zahlreichen Werksengagements sowie derjenigen Mannschaften, welche darangehen, ihre Einsätze auf der Nürburgring-Nordschleife als Geschäftsmodell zu etablieren, bedürfe es unverändert der kleinen Teams.

Grundsätzlich konstatiert Bork dennoch eine Zunahme der „Ansprüche und Erwartungen“ im Fahrerlager. „Wir haben in der VLN professionelle Werksteams, aber auch Teams, die mit dem Einsatz und der Vermarktung von Rennfahrzeugen Geld verdienen“, erklärt Bork im Interview mit Racing News. „Und die erwarten natürlich auch, dass sie als Kunden der VLN dementsprechend behandelt werden.“

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Nichtsdestoweniger bedeute die Hinwendung zu professionellen Rennställen keineswegs ein Lossagung vom Breitensport. „Aber das steht in keinem Widerspruch zu reinen Privat- und Garagenteams“, betont Bork. „Die sind nach wie vor in der VLN willkommen. Genau wie unsere einzelnen Motorsportclubs als Veranstalter hinter den Rennen, bilden die kleinen Teams das Rückgrat der VLN – sie sind fester Bestandteil unserer DNA.“

Wie gelingt also die Verklammerung von Profis, Amateuren und Herrenfahrern? Die Veranstaltergemeinschaft unternimmt gewissermaßen den Versuch, die Startgelder an die Dimensionen der einzelnen Budgets anzupassen. „Um dies zu untermauern, hält die VLN seit Jahren die Nenngelder in den kleinsten Klassen konstant niedrig, während die großen Teams deutlich drauflegen mussten“, erläutert Bork.

Um der notwendigen Kundenorientierung Genüge zu tun, fordert Bork überdies eine Modernisierung der Kommunikationsstruktur. „Wir müssen die Teilnehmer da abholen, wo sie sich bewegen und zeitgemäße Kanäle und die modernen Medien nutzen, um sie zu informieren“, meint der VLN-Renndirektor. „Ich sehe uns da auch in der Bringschuld, und nicht die Teilnehmer allein nur in der Holschuld.“