ELMS in Spa-Francorchamps: Graff Racing siegt, Titelentscheidung vertagt

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Graff Racing triumphierte im Endspurt | © Maximilian Graf

Graff Racing hat in einer kurzweiligen Schlussphase das ELMS-Halbfinale in Spa-Francorchamps zu seinen Gunsten entschieden. James Allen, Richard Bradley und Gustavo Yacamán triumphierten mit einem halbsekündigen Vorsprung auf die Tabellenführer von G-Drive Racing, denen somit keine Vorentscheidung glückte. Konkurrent United Autosports wahrte eine Minimalchance im Titelkampf.

Auch nach dem Halbfinale der Europäischen Le-Mans-Serie steht die Titelentscheidung in der LMP2-Liga noch dahin. Obwohl G-Drive Racing die Tabellenführung in Spa-Francorchamps konsolidierte, genügte dem Oreca-Ensemble Léo Roussel, Memo Rojas und Ryo Hirakawa der zweite Platz nicht, um eine Vorentscheidung herbeizuführen. Der Vorsprung beträgt nunmehr achtzehn Punkte.

Die Kontrahenten von United Autosports belegten beim Vier-Stunden-Rennen im Ardenner Wald den vierten Platz, womit Hugo De Sadeleer, Filipe Albuquerque und Will Owen zumindest eine theoretische Chance im Titelkampf wahrten. Demgegenüber ertrotzte Graff Racing den Tagessieg. Im Endspurt triumphierten James Allen, Richard Bradley und Gustavo Yacamán mit einem halbsekündigen Vorsprung.

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Während der Schlussphase war G-Drive Racing eigentlich im Begriff, den Triumph für sich zu reklamieren. Allerdings ahndeten die Sportkommissare einen Verstoß gegen die Safety-Car-Prozedur mit einer Durchfahrtsstrafe, wodurch die Mannschaft in Orange ins Hintertreffen geriet. Allerdings erlegten die Regelaufseher auch Graff Racing eine Durchfahrtsstrafe wegen eines rabiaten Überholmanövers in Les Combes auf.

Nichtsdestoweniger zitterte sich die Equipe aus Morangis zum Erfolg und vertagte folglich die Entscheidung in der Team- und Fahrerwertung der LMP2-Kategorie. Derweil verbuchte SMP Racing nach dem Premieresieg mit dem Dallara-P217-Prototyp einen weiteres Podiumsresultat. Matevos Isaakyan und Egor Orudzhev hievten sich letzten Endes auf die unterste Stufe des Stockerls.

Fünf Titelanwärter verbleiben in der GTE-Klasse

In der LMP3-Klasse hat wiederum AT Racing einen dominanten Sieg im Hohen Venn davongetragen. Die Ligier-Piloten Alexander Talkanitsa senior, Alexander Talkanitsa junior und Mikkel Jensen überkreuzten die Ziellinie mit einer Runde Vorsprung auf Duqueine Engineering. Am Lenkrad des Norma-M30-Gefährts lösten Antonin Borga, David Droux und Nicolas Schatz einander ab.

Unterdessen feierte die Ferrari-Delegation einen Zweifacherfolg in der GTE-Division. Obenan: Spirit of Race mit Andrea Bertolini, Giorgio Roda junior und Rino Mastronardi, welche sich gegenüber den Herstellerkollegen Jody Fannin, Robert Smith und William Stevens für JMW Motorsport durchsetzten. An dritter Stelle beendete Beechdean-AMR mit Andrea Howard, Darren Turner und Ross Gunn den vierstündigen Wettstreit.

Gleichwohl verteidigt TF Sport somit seine Meisterschaftsführung in der GTE-Riege. Mit siebenundachtzig Punkten liegen Euan Hankey, Nicki Thiim und Salih Yoluc vorne – allerdings nur eine Zähler vor JMW Motorsport. Auch Spirit of Race ist mit seinen beiden Besatzungen noch imstande, um den GTE-Titel zu konkurrieren; Beechdean AMR verzeichnet allenfalls noch mathematische Chance. Das Finale findet am vorletzten Oktoberwochenende an der Algarve statt.