Langstrecken-WM: Porsche bestätigt LMP1-Rückzug

492
Porsche hat seinen FIA-WEC-Ausstieg bestätigt | © Christian Moskopp (1VIER.com)

Porsche hat seinen Rückzug aus der LMP1-Klasse der Langstrecken-WM offiziell bestätigt. Stattdessen plant die Weissacher Werksmannschaft zur Saison 2019 einen Einstieg in die Formel-E-Meisterschaft. Das GTE-Pro-Programm existiert dahingegen fort. Der ACO bedauere die Entscheidung.

In einer Pressemitteilung hat Porsche offiziell bestätigt, sein LMP1-Engagement in der Langstrecken-WM zum Ende der Saison einzustellen. Stattdessen stemmt der Konstrukteur aus Stuttgart-Zuffenhausen zukünftig ein Programm in der Formel E. Der Entschluss zum Forfait fuße auf einer Neuausrichtung der Unternehmensstrategie, welche der Hersteller im Jahr 2025 in Anwendung bringe.

Fortan rücke die Konstruktion „puristischer GT-Fahrzeuge“ sowie rein elektrischer Sportwagen in den Fokus der Weissacher Traditionsmarke. Daher sei die Teilnahme an der Formel-E-Meisterschaft die „logische Konsequenz“. „Wachsende Freiheitsgrade für Eigenentwicklungen machen die Formel E für uns attraktiv“, erläutert Michael Steiner, welcher die Position des Entwicklungsvorstandes bei Porsche bekleidet.

- Anzeige -

Porsche wolle umgehend mit der Konzeption des Formel-E-Boliden beginnen. Nach einem Entwicklungsjahr erfolge zur Saison 2019 schließlich der Einstieg. „Porsche setzt auf alternative und innovative Antriebskonzepte“, betont Steiner. „Die Formel E ist für uns das ultimative kompetitive Umfeld, um die Entwicklung von High-Performance-Fahrzeugen in puncto Umweltfreundlichkeit, Sparsamkeit und Nachhaltigkeit voranzutreiben.

GTE-Programm existiert fort

Parallel zum Wechsel in die Formel-E-Serie führt Porsche allerdings sein Projekt in der GTE-Pro-Liga weiter. „Herstellervielfalt und die Qualität der beiden Sportwagen-Serien haben uns dazu bewogen, unser Engagement zu festigen und die Kräfte auf den Einsatz des 911 RSR zu konzentrieren“, schildert Steiner. „Wir wollen die Nummer eins werden. Dafür müssen wir entsprechend investieren.“

Personellen Niederschlag findet der Entschluss nur in Gestalt einer Umstrukturierung. Denn die Mitglieder des LMP1-Werksgespanns blieben zur Gänze erhalten – nebst der Piloten, denen nun andere Aufgaben zuteilwerden. „Es war eine große Herausforderung, die Le-Mans-Truppe von null aufzubauen“, äußert sich LMP1-Leiter Fritz Enzinger. „Über die Jahre ist eine äußerst erfolgreiche, kompetente Mannschaft zusammengewachsen. Auf diese Basis setzen wir auf.“

Nach einer Niederlage gegen Konzernbruder Audi im LMP1-Debütjahr triumphierte Porsche sodann dreimal in Folge bei den 24 Stunden von Le Mans und krönte sich zweimal zum Markenweltmeister. Auch zwei Fahrertitel errangen die Porsche-Athleten. „Ich bin mir sicher, dass wir für die Formel E unser Niveau auf einem hohen Level halten werden. Wir sehen dem Start mit einer gehörigen Portion Selbstvertrauen und Freude entgegen“, bekräftigt Enzinger.

Auch der ACO reagierte postwendend mit einem Kommuniqué auf die Mitteilung Porsches, sich aus der Langstrecken-WM zurückzuziehen. Der Automobilklub bedauere diesen „überstürzten Weggang“. Gleichwohl konzentriere sich der ACO gemeinsam mit der FIA nun auf die Organisation der nächstjährigen FIA-WEC-Saison, welche „wirklich außergewöhnlich“ werde. Hinsichtlich eines neuen Herstellers schwieg der ACO dagegen.