Lausitzring: Rennstrecke wird an die Dekra verkauft

603
Hat der Motorsport noch einen Platz am Lausitzring?| © ADAC

Der Lausitzring wechselt im November seinen Eigentümer und wird künftig zu einem Zentrum für autonomes Fahren. Die Betreiber und der Käufer Dekra haben sich in der vergangenen Woche geeinigt. Auf dem Lausitzring sollen Testbedingungen, die realen Straßenverkehr simulieren, geschaffen werden.

Die Betreibergesellschaft des Lausitzrings hat die Anlage im Süden Brandenburgs an die Dekra verkauft, wie in einer Pressemitteilung am Sonntag bekannt gegeben wurde. Das Areal, bestehend aus einem Speedway-Kurs, angelehnt an US-Rennstrecken, und einem innenliegenden Straßenkurs sowie umliegenden Gebäuden.

Das Gelände wurde im Jahr 2000 als Rennstrecke eröffnet und hat seitdem internationale Rennserien zu Gast gehabt, zuletzt waren jährliche Stammbesucher das ADAC GT Masters und die DTM. Darüber hinaus haben die Betreiber auch andere Veranstaltungen in die Lausitz geholt. Wie aus der Mitteilung hervorgeht, wären große Investitionen nötig geworden, welche die Eurospeedway Verwaltung GmbH nicht hätte stemmen können.

- Anzeige -

Neuer Eigentümer wird somit ab dem 1. November diesen Jahres die Dekra, eine Prüfgesellschaft aus Stuttgart. Ziel der Dekra ist es, die Sicherheit in allen Lebensbereichen zu erhöhen – hierfür werden Prüfdienstleistungen und Gutachten aller Art angeboten. Auf dem Lausitzring will die Gesellschaft ein Testzentrum für autonomes Fahren eröffnen. Geplant ist die Verausgabung eines zweistelligen Millionenbetrags.

Clemens Klinke, Vorstandsmitglied der Dekra, spricht von zwei Citykursen, einem Überlandkurs und einem Autobahnkurs, welche auf dem Areal echte Fahrbedingungen simulieren sollen. „Zur messtechnischen Ausstattung werden hochmoderne Systeme wie Fahrroboter, selbstfahrende Plattformen, diverse Soft-Targets sowie mobile Verkehrsinfrastruktureinrichtungen gehören, mit denen wir kamera-, laser- und radarbasierte Umfelderkennungssysteme prüfen können“, erklärt Klinke.

Für die Region verspricht Klinke bis zu einhundert hochwertige Arbeitsplätze, darüber hinaus soll es Veranstaltungen und Schulungen mit Gästen geben. Der Motorsport rückt somit in den Hintergrund – wenngleich man am Lausitzring hoffe, dass Rennveranstaltungen nach wie vor ihren Platz in der Seenland haben werden.