Christian Schütz: „Steht der ADAC nicht grundsätzlich für Sicherheit?“

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Steht der ADAC in der Pflicht? | © Julian Schmidt

Angesichts der Vorkommnisse während der letzten Wertungsläufe deklariert Schütz das Mittelfeld zur „Todeszone“ des ADAC-GT-Masters-Wettbewerbs. Denn jenseits der Punkteränge gelte aufgrund zahlloser Vabanquemanöver das Prinzip Hoffnung, keinerlei Blessuren davonzutragen. „Dann entscheidet nur noch das Glück, ob das Fahrzeug unbeschadet zurückfindet“, vermeint Schütz.

Darum drängten sich Schütz zwei Grundsatzfragen auf. Sowohl hinsichtlich der Sicherheit als auch die Zukunft seines Rennstalls im ADAC GT Masters: „Müssen wir wirklich solange warten, bis ein Fahrer auf der Strecke mal sein Leben lassen muss, bis ein Umdenken in Gang kommt? Müssen wir einer grundsätzlich tollen Serie, tatsächlich den Rücken kehren, weil es einfach nicht mehr zu finanzieren ist?“

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Schütz: „Steht der ADAC nicht für Sicherheit im Straßenverkehr ein?

Alternativ bliebe noch die Option eines Revanchefouls – gleichsam als unintendierte, pädagogische Maßnahme, um die Mitstreiter zu bändigen. „Da sich das mit meiner grundsätzlichen Einstellung vom fairen Motorsport nicht vereinbaren lässt, bleibt nur noch die Frage, warum seitens des ADAC mit keinen Änderungen zu rechnen ist“, fügt Schütz hinzu, der einen Appell an den ADAC als Automobilinstitution richtet.

Als Automobilklub habe der ADAC eine Verantwortung, deren Geltung auf der Rennstrecke nicht ende. „Steht der ADAC nicht grundsätzlich auch für die Sicherheit im Straßenverkehr ein? Sollte nicht gerade der größte Automobilklub der Welt dafür Sorge tragen, dass seine eigene hochklassische Motorsport Serie seiner Vorbildrolle gerecht wird und für kontaktloses Racing einsteht?“, fragt sich Schütz deshalb.

Im Idealfall wolle Schütz Motorsport weiterhin am ADAC GT Masters teilnehmen. „Somit könnten wir uns zukünftig wieder mehr darum kümmern, den Zuschauern eine gute Show zu präsentieren, in dem der Wettbewerb und die Performance sowie die Weiterentwicklung im Vordergrund steht, das ist nämlich der Grund, weshalb wir uns seit 2012 in der Serie jedes Jahr auf das Neue mit den besten Teams messen wollen“, fasst Schütz zusammen.