Langstrecken-WM: Bereitet Porsche seinen Ausstieg vor?

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Verlässt Porsche die Langstrecken-WM? | © Maximilian Graf

Beendet Porsche sein LMP1-Engagement nach der diesjährigen Saison? Obwohl der Stuttgarter Konstrukteur am vergangenen Wochenende neuerlich die 24 Stunden von Le Mans gewann, steht die Fortsetzung des Programms in der Langstrecken-WM derzeit zur Diskussion. Ein Peugeot-Einsteig sei keine Garantie für den Verbleib.

Während der Le-Mans-Woche ist eine Diskussion um einen etwaigen Ausstieg Porsches aus der Langstrecken-WM entfacht. Obwohl der Traditionskonstrukteur aus Stuttgart-Zuffenhausen am vergangenen Wochenende zum dritten Mal in Folge den Gesamtsieg davontrug, sei der Fortgang des Engagements mitnichten gesichert. „Da gibt es noch gar keine Entscheidung“, äußerte sich Porsche-Vorstand Michael Steiner gegenüber Motorsport-Total.com.

Hinsichtlich künftiger Vorhaben Porsches kursieren vielfältige Spekulationen. Eine Möglichkeit sei, einen Antriebsstrang für die Formel 1 zu entwickeln. Demgegenüber hege Porsche allerdings ebenso Interesse an der Formel E. „Momentan sind die technischen Freiheiten noch nicht so groß, wie das von Porsche gewünscht wird“, räumt LMP1-Einsatzleiter Fritz Enzinger gegenüber Autobild ein.

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Angesichts der skizzierten Ideen, welche die Veranstalter der Formel-E-Meisterschaft erörtern, sei ein Programm nichtsdestotrotz erwägenswert. „Das schauen wir uns an. Prinzipiell ist die Formel E aber auf jeden Fall interessant“, meint Enzinger. Nach einem möglichen Weggangs Porsche ziehe der Weissacher Hersteller allerdings in Betracht, seinen LMP1-Prototypen an Kunden zu verkaufen, sofern die Komplexität der Technik solch ein Projekt gestatte.

In der Vergangenheit drang Penske Racing wiederholt darauf, den Einsatz eines LMP1-Gefährtes zu schultern. Zuletzt erteilte Konzernschwester Audi der Mannschaft aus den Vereinigten Staaten allerdings eine Absage, nach dem Forfait der Marke mit den vier Ringen das LMP1-Programm in privater Hand weiterzuführen. Falls Porsche derlei Planungen ventiliert, herrscht also zumindest grundsätzliches Interesse.

Darüber hinaus sei auch der eventuelle LMP1-Einstieg Peugeots keine Garantie für einen definitiven Verbleib Porsches. „Wenn Peugeot ja sagt, dann kommen sie auch nicht vor 2020 oder 2021. Dann müssen wir uns natürlich überlegen, ob wir noch zwei oder drei Jahre nur zu zweit in Le Mans fahren wollen. Das kann ich jetzt aber noch nicht einschätzen“, fügt Enzinger gegenüber Autobild hinzu.