Le Mans: Entledigt sich Toyota des langjährigen Fluches?

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Steift Toyota endlich seinen Le-Mans-Fluch ab? | © Toyota Hybrid Racing

Vermag Toyota in diesem Jahr endlich, seinen langjährigen Le-Mans-Fluch abzustreifen? Als ewiger Zweiter an der Sarthe startet der japanische Hersteller erstmals seit 1999 wieder mit einem Drei-Wagen-Gespann, um seine Chancen zu erhöhen. Porsche tritt dem wohlvorbereitet entgegen. Ein Ausblick.

Seit Anbeginn der Unternehmung ist das Le-Mans-Engagement Toyotas mit dem Fluch des ewigen Zweiten belastet. Unbeschadet jeder Bemühungen und Aufwendungen war dem Konstrukteur aus Fernost während der vergangenen dreieinhalb Dekaden kein Gesamterfolg beim Traditionsrennen im Département Sarthe vergönnt. Zuletzt gipfelte diese Odyssee in einem richtiggehenden Albtraum, als Gazoo Racing in der vergangenen Saison buchstäblich auf der Zielgerade scheiterte.

Stattdessen gelang bis dato ausschließlich Mazda – als einzigem pazifischem Hersteller – an der Sarthe die Trophäe für sich zu reklamieren, wohingegen Automobilgigant Toyota sich wiederholt mit der Silbermedaille bescheiden musste. Vermag das TMG-Gespann an diesem Wochenende endlich dieses Trauma zu verwinden, um sich als einer der globalen Branchenprima in die Siegerliste einzutragen?

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Fraglos setzt Toyota sämtliche zu Gebote stehenden Mittel daran, damit dieses langgehegte Vorhaben endlich Erfolg zeitigt. Erstmals seit dem Millennium macht sich Toyota nämlich daran, seine Chancen auch mathematisch zu verbessern. Denn die Delegation erschöpft sich nicht in einem herkömmlichen Sportwagendoppel, sondern der Nippon-Rennstall tritt mit einem Drei-Prototypen-Aufgebot an.

Die bisherigen Resultate in der Langstrecken-WM beförderten Toyota ohnehin in die Position des Favoriten, die Dominanz beim traditionellen Testtag auf dem Circuit de la Sarthe erhärteten dessen Vorrangstellung. „Nach den Siegen bei den ersten beiden WM-Läufen der Saison 2017 sind wir guter Dinge, wissen aber auch, dass Porsche zurückschlagen wird“, erörtert Teamchef Toshio Sato in einem Presseschreiben die Konstellation bei der Kraftprobe im Nordwesten Frankreichs.

Nach dem Alb in der zurückliegenden Saison startet Toyota am kommenden Wochenende nichtsdestoweniger ohne Beklommenheit und sorgenbefreit in den eintätigen Wettstreit an der Sarthe. „Wir erinnern uns alle lebhaft an das Geschehen im Vorjahr, doch das gehört der Vergangenheit an“, betont Sato. „Wir richten unseren Fokus auf dieses Rennen und erwarten auch diesmal, an der Spitze mitzukämpfen.“ Die Erfolgsaussichten sind ausgesprochen günstig.