Breitensport und VLN: Kai Kruse moniert DMSB-Politik

927
Kai Kruse wettert gegen den DMSB | © Ralf Kieven (1VIER.com)

Exorbitante Lizenzgebühren, Lobbyismus und Politik, die den Breitensport gefährde: Kai Kruse, der sich über einen mehrjährigen Zeitraum als VLN- und LMP2-Teamchef engagierte, äußert scharfzüngige Kritik am DMSB. Gleichwohl ist dieser aber auch gewillt, etwas an den Missständen zu ändern.

In der Vergangenheit geriet der DMSB bereits verschiedentlich ins Zentrum der Kritik. Zuletzt ist Kai Kruse mit dem Deutschen Motorsportbund scharf ins Gericht gegangen. Im Interview mit Speedweek empörte sich der ehemalige VLN- und LMP2-Teamchef vornehmlich über die horrenden Gebühren für den Lizenzerwerb, für die man keine adäquate Gegenleistung erhalte, welche derlei Summen rechtfertigen würden.

Überdies kreidet Kruse dem DMSB eine Politik an, die zum einen auf Lobbyismus gründe, zum anderen den Fortbestand des Breitensports gefährde. „Ich bin früher – vor GT3 und DMSB-Einmischung – viel und gerne auf der Nordschleife gefahren“, meint Kruse. „Bis die Industrie den DMSB vor ihren Karren gespannt hat, um ihre GT3-Kisten da oben zu verkaufen, war dort oben im Großen und Ganzen seit vielen Jahren alles prima.“

- Anzeige -

Hinsichtlich des DMSB-Personals gilt seine Kritik insbesondere dem Präsidenten Hans-Joachim Stuck, welcher das Amt seit dem Jahr 2012 bekleidet. „Ich bezweifle, dass er die nötigen Fähigkeiten besitzt, um so ein Amt auszuüben“, wettert Kruse, dessen argwöhnisches Urteil auf „kurzen persönlichen Begegnungen“ fuße. „Meinetwegen könnte man Stuck direkt entsorgen. Für mich ist er ein Lobbyist.“

Ferner würde denjenigen, welche sich mit der Absicht tragen, sich ehrenamtlich im Motorsport zu beteiligen, keinerlei Unterstützung durch den DMSB zuteil. Diesen Umstand bemerke Kruse insbesondere in seiner Position als Pressesprecher des AC Höxter, wobei der einstige Teamchef unentwegt mit bürokratischen Ungemach konfrontiert werde. „Und das schafft den Breitensport immer mehr ab“, mahnt Kruse. „Unterstützung durch den DMSB? Fehlanzeige.“

Obwohl sich Kruse für einen der DMSB-Fachausschüsse hat aufstellen lassen, sei der Ex-Teamboss nicht abgeneigt, gegen die beanstandeten Übelstände Widerstand zu leisten. „Ich wäre in der Tat sofort dabei, jeglichen Protest mit zu unterstützen, damit diese Machenschaften beim DMSB beendet werden“, betont Kruse. Man müsse „alle Barzahler“ mobilisieren, um steuerrechtliche Schritte gegen den Motorsportbund zu unternehmen.