VLN: Ersetzt die GT4 die GT3 als Spitzenklasse?

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Beschneidungen für die GT3-Sportwagen auf der Nordschleife des Nürburgrings | © Ralf Kieven

DMSB führt Referenzreifen für GT3-Sportwagen auf der Nordschleife ein

Entscheidungsfreiheit räumen die technischen Richtlinien wiederum bei der Konfiguration des Heckflügels ein. Entweder muss dieser zehn Zentimeter schmaler sein, oder der Rennstall entscheidet sich, den Heckflügel zehn Zentimeter weiter vorne zu platzieren. Alternativ besteht die Möglichkeit einer Kombination: eine Modifikation um fünf Zentimeter in der Breite und bei der Positionierung.

Darüber hinaus führt der DMSB ein Referenzverfahren ein, um das Wettrüsten zwischen den Reifenherstellern zu entschärfen. Die Lieferanten der Klasse SP9 – und auch der Teilnehmer in den Wertungen SP Pro und SPX – müssen hinfort den Technischen Kommissaren ein Kontingent an Pneus zur Verfügung stellen, aus dem die Konkurrenten ein Exemplar anfordern dürfen. Nach dieser Interimslösung solle letztlich ein Homologationsverfahren in Kraft treten, das auf die Haltbarkeit der Gummis abzweckt.

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Auch der GT4-Sparte zollen die Verantwortlichen in der Vulkaneifel zunehmend Beachtung. Zuletzt teilten die Veranstaltergemeinschaft und der ADAC Nordrhein mit, ein Vertrag mit Hankook unterzeichnet zu haben, wonach der südkoreanische Reifenhersteller in Zukunft die GT4-Mannschaften mit einem Einheitspneu ausstattet. Intention dieser Zusammenarbeit sei es, die Budgets rechtzeitig zu deckeln. Ein Indiz, welches die Bedeutung der GT4 unterstreicht?

Hochkonjunktur im GT4-Sektor

Unterdessen herrscht im GT4-Sektor zweifelsfrei Hochkonjunktur. Ein Hersteller nach dem anderen rückt ein in die Riege der GT4-Konstrukteure. Der BMW M4 GT4 debütierte bereits bei den 24 Stunden von Dubai, der Mercedes-AMG GT4 feiert voraussichtlich im Herbst auf der Nordschleife des Nürburgrings seine Premiere. Zudem trägt sich Audi mit dem Gedanken, ebenfells ins GT4-Geschäft einzusteigen

Auch jenseits des Atlantiks wendet sich eine wachsende Anzahl an Autobauern der GT4-Sektion zu. Erstmals in diesem Jahr mit von der Partie: der Chevrolet Camaro GT4.R, der Ford Mustang GT4 und der Panoz Avezzano GT4. Ferner restrukturiert die SRO-Gruppe in diesem Jahr die europäische GT4-Serie, welche in Zukunft in eine Nord- und eine Südliga gestaffelt ist. Fraglos: Die GT4-Wertung gewinnt an Relevanz.

Dabei fristete die GT4-Klasse bis dato ein mehr oder minder randständiges Dasein, fungierte allenfalls als Lückenbüßer bei rückläufigen Nennungen. Gleichsam im Pulverdampf des GT3-Booms entstanden, entfaltete das Konzept zu Anfang nur bedingt positive Resonanz. Verzeichnete die GT4-Serie vorderhand nur niedrige zweistellige Starterzahlen, bedurfte es gar eines Notbehelfs in Gestalt zweier Subkategorien: Sports Light und Supersport.