Deutschsprachige Piloten in Daytona: René Rast und Nick Heidfeld mit Siegchancen

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GTD: Viele Werksfahrer geben ein Gastspiel

Gleich zweiundzwanzig deutschsprachige Piloten nehmen an dem Ein-Tage-Rennen in Florida teil. Dabei werden sich in der nominell langsamsten, aber von Starterzahlen her stärksten Klasse Werksfahrer mit schnellen Herrenfahrern duellieren. Den Ausblick in der GT-Daytona beginnen wir alphabetisch nach Herstellern.

In der Startaufstellung wird zwar nur ein Aston Martin Vantage GT3 stehen, doch die Kutscher des Sportwagens aus Gaydon müssen sich keineswegs hinter der Konkurrenz verstecken. Im Auftrag ihrer Majestät werden Marco Sørensen, Paul Dalla Lana, Pedro Lamy und Sohn der Formel-1-Legende Nicki Lauda, Mathias Lauda, den Vantage durch die Steilkurven bewegen. Zudem profitiert der britische Sportwagen von der verbesserten Balance of Performance.

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Für Audi sind gleich zwei der absolut schnellsten Piloten im GTD-Segment aktiv. Zum einen verstärkt Pierre Kaffer das Aufgebot von Alex Job Racing, zum anderen bringt Land Motorsport einen R8 nach Florida. Mit an Bord sind die Gesamtsieger des ADAC GT Masters Connor De Phillippi und Christopher Mies. Abgerundet wird das Quartett von Jules Gounon und Jeffrey Schmidt. Liefert die Mannschaft von Wolfgang Land einen fehlerlosen Auftritt ab, winkt den der jungen Truppe mindestens eine Platzierung unter den besten fünf.

Auch aus München kommt nur ein Gefährt in der GTD-Division. Langzeit Kundenteam Turner Motorsport setzt auf einen BMW M6 GT3. Am Volant des wuchtigen Sportwagens werden sich Maxime Martin, Jens Klingmann, Jesse Krohn und Justin Marks abwechseln. Doch die Mannschaft von BMW-Tuner Will Turner wird es schwer haben in Daytona. Dem M6 fehlt es ein wenig an Endgeschwindigkeit, dazu ist Justin Marks das große Fragezeichen in der Besatzung. Somit dürfte für Klingmann und Co ein Resultat unter den besten Zehn ein Erfolg sein.

Engelhart und Ineichen mit Doppelstart

Fast die Hälfte der deutschsprachigen Fahrer werden sich hinter das Steuer eines Lamborghini Huracán GT3 klemmen. Dabei unternehmen Christian Engelhart und Rolf Ineichen einen Doppelstart für Grasser Racing. Ergänzung aus dem D-A-CH-Gebiet erfährt das Doppel durch Christopher Lenz, Roberto Pampanini und Milos Pavlovic. Lenz, Pampanini und Pavlovic kennen sich mit dem Stier beziehungsweise seinen kleineren Bruder gut aus. Ale drei bestreiten in der Lamborghini Super Trofeo Rennen mit dem Cup-Huracán.

Binnen vierzehn Tagen bestreitet die Mannschaft von Konrad Motorsport das zweite 24-Stunden-Rennen. Anfang Januar war die Lamborghini-Mannschaft noch in Dubai unterwegs. Der Sportwagen mit der Startnummer einundzwanzig wird von Luca Stolz, Marc Basseng, Marco Mapelli, Lance Willsey und Franz Konrad chauffiert. Zweifelsohne haben alle Drei Besatzungen eine Gemeinsamkeit: ihre Ausgeglichenheit. Genau diese ist in Daytona besonders wichtig.

Dazu ist der Huracán eines der schnellsten Autos in der GTD-Wertung. Doch häufig scheitern die Kampfstiere an der eigenen Unzuverlässigkeit, an Pech und manchmal auch am eigenen Unvermögen. Werden all diese Schwächen abgestellt, kann es ein Gespann mit ihrer Konstanz in die besten Fünf schaffen.

Eine Einschätzung zu Dominik Farnbacher, der die Speerspitze des Lexus-Debüts in der IMSA darstellt, und Co ist besonders schwer. An der Seite des Ansbacher befinden sich drei Jungspunde. Auch die Performance spricht gegen die Edelmarke von Toyota. Beim Vortest waren die beiden RC F GT3 am Ende des Zeitentableaus zu finden. Eine Zielankunft dürfte der primäre Wunsch des 3GT-Racing-Teams sein.

Topfavorit Mercedes-AMG oder doch Porsche?

Deutlich mehr darf man vom Mercedes-AMG-GT3-Debüt in der IMSA erwarten. Mercedes-Benz sendet mit Maro Engel und Thomas Jäger gleich zwei Werksfahrer in die USA. Abgerundet wird das deutschsprachige Aufgebot von Mercedes-Benz durch Mario Farnbacher. Der jüngere Bruder von Dominik wurde, wie Jäger, von Riley Motorsport verpflichtet.

Neben Farnbacher sind Ben Keating, Jeroen Bleekemolen und Adam Christodoulou genannt. An Jägers Seite sind unter anderem Shane van Gisbergen und Cooper MacNeil dabei. Ohne technische Gebrechen sind beide Riley-Abordnungen heiße Anwärter auf den Klassensieg. Unterstrichen werden diese Ambitionen durch die starken Testfahrten. Bleekemolen fuhr den zweitschnellsten Umlauf der GTD-Division.

Zu guter Letzt folgt der Blick auf Porsche. Aus der deutschsprachigen Sicht müssen drei Porsche 911 GT3 R beachtet werden. Jörg Bergmeister wird den Langstrecken-Klassiker für Park Place Motorsports beginnen. Ein weiterer Porsche-Werksfahrer ist bei TRG abgestellt. Wolf Henzler wird für die Kalifornier starten.

Doch das Hauptaugenmerk liegt auf Manthey-Racing. Mit Steve Smith, Reinhold Renger, Sven Müller und Harald Proczyk bietet Olaf Manthey seine eingespielte Truppe aus der VLN-Langstreckenmeisterschaft auf. Bei den Testfahrten wiesen die Meuspather die Konkurrenz in die Schranken. Ihnen gelang die absolute Bestzeit der Klasse.

Wenn über die Favoriten im GT-Segment gesprochen wird, darf niemals die Marke aus Zuffenhausen vernachlässigt werden. Der Neunelfer ist komplett ausgereift und läuft wie ein Uhrwerk, wie zum Beispiel bei den diesjährigen 24 Stunden von Dubai. Dazu ist das Quartett von Olaf Manthey sehr ausgewogen und setzte bei den Testläufen ein erstes Ausrufezeichen.