Deutschsprachige Piloten in Daytona: René Rast und Nick Heidfeld mit Siegchancen

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Für René Rast und Teamkollegen könnte es weit nach vorne gehen | © VisitFlorida Racing

SportsCar-Info wirft einen Blick auf die deutschsprachigen Piloten beim 24-Stunden-Rennen von Daytona. Dabei besitzen René Rast und Nick Heidfeld gute Chancen auf den Gesamtsieg. Auch in den GT-Klassen könnte der Sieger möglicherweise aus der D-A-CH-Region kommen.

Bei den 24-Stunden von Daytona, die den Auftakt zur Sportwagen-Meisterschaft der IMSA bilden, besteht die Chance, einen deutschsprachigen Piloten ganz oben auf dem Podest zu sehen. Insgesamt werden zwei Deutsche das Rennen zweimal rund um die Uhr in der Gesamtwertung bestreiten. Rebellion Racing hat sich die Dienste von Nick Heidfeld gesichert, während René Rast für Spirit of Daytona Racing startet.

Heidfeld ist bei den Eidgenossen kein Unbekannter. Seit 2012 fährt der Mönchengladbacher für die Rebellen Rennen. Unterstützung erhält Heidfeld von Toyota- und Porsche-Werksfahrern aus der LMP1-Riege. Mit Sebastién Buemi, Stephané Sarrazin und Neel Jani ist es bei normalen Rennverlauf und ohne technisches Gebrechen des Oreca 07 LMP2 fast Pflicht, einen Podestrang zu ergattern.

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Ebenfalls weit nach vorne könnte es für René Rast gehen. Der Mindener kann alleine durch seine Leistung dafür sorgen, eine gute Position einzufahren. Rast wird zusammen mit Marc Goossens und Renger van der Zande für Spirit of Daytona Racing die Lenkradarbeit verrichten. Ihr Einsatzgefährt: Der neue LMP2-Prototyp aus dem Hause Riley.

Goossens ist ein Tausendsassa im Langstreckensport. Er gehörte unter anderem schon Werksgespannen von Nissan, Jaguar, Viper und Spyker an. Auch van der Zande weist einige Erfahrungen auf. Der Niederländer bestritt zehn DTM-Rennen für Mercedes-Benz und ist seit drei Jahren einer der schnellsten Piloten in der Prototype Challenge in der IMSA. Somit dürfte für das Trio ein Ergebnis unter den besten Fünf realistisch sein. Ein besseres Resultat wäre keinesfalls eine Überraschung.

GTLM: Geballte deutschsprachige Power

Nahezu jeder Hersteller in der GTLM-Wertung setzt auf Fahrer aus der D-A-CH-Region – Die Ausnahme bildet Ferrari. Die Übersicht beginnen wir nach den jeweiligen Startnummern, somit mit Corvette. Das Corvette-Stammpersonal Antonio García, Jan Magnussen, Oliver Gavin und Tommy Milner erhält wie im letzten Jahr Verstärkung von Audi. Mike Rockenfeller gesellt sich zu García und Magnussen ins Auto, während Marcel Fässler das Cockpit mit Gavin und Milner teilt.

Gleichermaßen auf bewährtes Personal setzt BMW: Bill Auberlen, Alexander Sims, Augusto Farfus und Bruno Spengler teilen sich einen M6 GTLM. Im Schwesterfahrzeug nehmen John Edwards, Martin Tomczyk, Nicky Catsburg und Kuno Wittmer Platz. Gleich vier Sportwagen aus Detroit setzt Ford ein.

Mit an Bord sind GT-Größen wie Dirk Müller und Stefan Mücke, LMP-Spezialisten wie Oliver Pla und Harry Tincknell oder IndyCar-Profis Tony Kanaan und Scott Dixon. Die beiden neuen Porsche 911 RSR teilen sich Patrick Pilet, Dirk Werner, Fréderic Makowiecki, Kévin Estre, Laurens Vanthoor und Richard Lietz untereinander auf.

Aufgrund der sehr starken Leistung von Ford beim viertägigen Vortest Roar before the 24 geht der Hersteller aus Michigan als Favorit ins Rennen. Dabei lassen die Mannen aus Detroit nichts ungenutzt und vertrauen auf vier gleichstark besetzte Besatzungen. Nicht zu verachten sind die Abordnungen von Corvette Racing. Der US-Dampfhammer ist das zuverlässigste Auto im GTLM-Bereich, die Boxenstopps bei den Gelben sind das Maß der Dinge und mit Fässler und Rockenfeller stoßen sehr routinierte und schnelle Piloten zum Stammpersonal dazu.

Sollte der Regen einsetzten, könnte der neue Porsche 911 RSR seine Stärken aufzeigen. Als die Strecke während der Testfahrten nass war, fuhren die Zuffenhausener vorneweg und waren sogar schneller als die Prototypen-Mannschaften. Auf Patzer der Konkurrenz und eigene Zuverlässigkeit hoffen die Mannen von BMW. Der Highspeed-Kurs von Daytona liegt dem M6 im Normalfall nicht sonderlich gut.