Ausblick: Fünf Fragen an die Saison 2017

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Initiiert Audi einen abermaligen Erfolg auf der Nordschleife? | © Daniel Schnichels
Initiiert Audi einen abermaligen Erfolg auf der Nordschleife? | © Daniel Schnichels

3. Wie verläuft die Premieresaison der DPi-Klasse?

Eine zäsurmarkierende Saison beginnt am letzten Januarwochenende für die IMSA SportsCar Championship. Befand sich die nordamerikanische Sportwagenserie während der vergangenen Jahre gleichsam in einem Interimszustand, geprägt durch Angleichungsversuche der DP- und LMP2-Prototypen, substituiert die DPi-Wertung diese hybride Struktur. Eine erste Betastung gestatteten die Probefahrten in Daytona.

Bei den Testtagen obenan: der Cadillac DPi-V.R. Sowohl Action Express Racing als auch Wayne Taylor Racing vertrauen auf das GM-Produkt und waren bei den Prüffahrten in Daytona Beach zugegen. Mazda Motorsports stellte seinen flammneuen DPi-Prototypen ebenfalls auf den Prüfstand. Beim vierundzwanzigstündigen Auftaktrennen in Daytona tritt ESM Racing den Rivalen darüber hinaus mit einem Nissan DPi entgegen.

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Demgegenüber haben sich allerdings auch einige Rennställe für die LMP2-Alternative entschieden. Spirit of Daytona Racing und Starworks Motorsport greifen auf eine Riley-Multimatic-Gibson-Kombination zurück. PR1/Mathiasen Motorsports und Jagonya Ayam wählten wiederum den Ligier JS P217 – gleichermaßen mit dem europäischen Einheitstriebwerk der Marke Gibson. Ferner ermöglicht DragonSpeed einen Vergleich mit der Oreca-Gibson-Variante.

4. Wie entwickelt sich die GT4-Klasse?

Bislang nahm die GT3-Division eine exponierte Stellung ein, seitdem der GT-Sport eine richtiggehende Blütezeit durchlebt. Mittlerweile greift der Boom aber auch auf die GT4-Klasse über, welche bisher tendenziell eine randständige Existenz fristete. Zunächst bedurfte es gewissermaßen einer Geburtshilfe in Gestalt der Light-Extrawertung, anschließend fungierten die GT4-Sportwagen quasi als füllende Elemente der nationalen Starterfelder.

Während der vergangenen Jahre durchlief die GT4-Kategorie aber klammheimlich eine solide Entwicklung; die europäische Meisterschaft stach insbesondere aufgrund ihrer Markenvielfalt hervor. Nun hat die SRO-Gruppe obendrein eine neu Staffelung eingeführt, wodurch der Wettbewerb zukünftig in eine Nord- und Südliga untergliedert ist – aber mit einer Gesamtwertung auf internationaler Ebene.

Obendrein intensivieren die Hersteller ihr Engagement im GT4-Sektor. Nach dem McLaren 570S GT4, dessen Hüllen bereits im Frühjahr fielen, rückten auch der BMW M4 GT4 und der Mercedes-AMG GT4 ins Licht der Öffentlichkeit. Somit stellt sich die Frage, inwieweit der GT4-Klasse ein vergleichbarer Aufschwung gelingt, wie dem großen GT3-Bruder. Und welche Konstrukteure rücken nach?

5. Welche Rolle spielt die TCR-Klasse auf der Nordschleife?

Auch auf der Nordschleife des Nürburgrings fasst die TCR-Kategorie schrittweise Fuß. Nachdem der ADAC Nordrhein schon in der vergangenen Saison eine eigenständige Wertung für ebenjene Fahrzeugklasse installiert hat, reagierte die Veranstaltergemeinschaft auf diese Entwicklung – und richtet ebenfalls eine zusätzliche TCR-Division ein. Bislang traten die Tourenwagen bekanntermaßen in der SP3T-Sparte an.

Und: Man kann sich des Eindrucks nicht verschließen, auch die TCR-Klasse ist begriffen, ihre Erfolgsgeschichte zu schreiben. Nach dem Seat Leon TCR, dem Honda Civic TCR und dem Opel Astra TCR debütierte im Herbst schließlich auch der Audi RS 3 LMS auf dem Eifelaner Traditionskurs. Dabei drängt sich der Vergleich auf: Dazumal ebneten die Audianer den Pfad für einen präzedenzlosen Aufstieg der GT3-Riege. War das eine neuerliche Initialzündung?