Ausblick: Fünf Fragen an die Saison 2017

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Erfolgt eine Angleichung der GT3- und GTE-Sportwagen? | © Ralf Kieven

Welchen Entwicklungsgang nimmt die LMP1-Klasse? Wie verläuft die DPi-Premieresaison? Besteht das Zwei-Klassen-System im GT-Sport fort? Prosperiert die GT4-Wertung? Welche Rolle spielen die TCR-Tourenwagen auf der Nürburgring-Nordschleife? Fünf Fragen an die Saison 2017.

1. Welchen Entwicklungsgang nimmt die LMP1-Spitzenklasse?

Nach dem Fortgang Audis obliegt es dem ACO, die Quadratur des Kreises zu meistern. Die zu bewältigende Aufgabe: Wie vermag die Langstrecken-WM, ihren WM-Status zu behaupten? Denn die Regularien des FIA-Dachverbandes schreiben die Beteiligung dreier Werke als Grundbedingung fest, um einen Weltmeistertitel zu vergeben. Wegen des Ausstiegs der Marke mit den vier Ringen verbleiben nur noch Toyota und Weltmeister Porsche.

Zudem kümmert auch die private LMP1-Klasse seit der Seriengründung dahin. Obendrein hat Rebellion Racing die Entscheidung getroffen, einen Wechsel in die LMP2-Klasse zu vollstrecken. Folglich startet ByKolles Racing ohne Mitstreiter, weshalb die Sonderwertung für Privatiers in diesem Jahr höchstwahrscheinlich entfällt. Ergo tritt die Mannschaft in direkter Konkurrenz gegen die Konstrukteure an.

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Indes kokettieren zumindest einige Manufakturen mit der Fertigung eines konventionellen LMP1-Prototyps. Neben SMP Racing projektiert offenbar auch Ginetta Cars die Entwicklung eines Sportwagens für die Spitzenklasse im Prototypensegment. Gleichwohl ließen beide Hersteller bis dato keinerlei offiziellen Mitteilungen verlautbaren. Es schwebt also unverändert die Frage im Raum: Wie gedenkt der ACO, sich aus diesem Dilemma herauszuwinden?

2. Existiert das Zwei-Klassen-System im GT-Sport fort?

Zuletzt leuchtete abermals die Idee einer GT-Weltmeisterschaft hervor. Um diesen Einfall ins Dasein zu befördern, tragen sich die Verantwortlichen in Paris offenbar mit dem Gedanken, den GTE-GT3-Dualismus zu beseitigen. Eine Auflösung des Zwei-Klassen-Systems im GT-Sport war bereits Gegenstand der Konvergenzgespräche, welche jedoch letztlich versandeten. Ein Konzept, welches die FIA erörterte, war eine Nivellierung beider Kategorien, aber eine Trennung zwischen Profitum und Breitensport – respektive zwischen werksseitigen und privaten Einsätzen.

Im Hinblick auf die diesjährige Saison drängt sich also die Frage auf, ob die GT-Kommission des FIA-Weltverbandes die Planungen forciert oder endgültig ad acta legt. Fakt ist: Im Augenblick prosperieren beide Wertungen. In der GTE-Riege hat BMW angekündigt, sich den arrivierten Abordnungen von Ferrari, Aston Martin, Porsche, Corvette und Ford entgegenzustellen. In der GT3-Liga reiht sich gleicherweise eine Homologation an die andere.