Christian Menzel: „Der ganze Scheiß interessiert mich überhaupt nicht“

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Christian Menzel bekundet sein Desinteresse an der DTM | © VLN

DTM-Nostalgie zur VLN-Winterpause: Christian Menzel übt scharfe Kritik am gegenwärtigen ITR-Konzept. Den Nordschleifen-Experte interessiere „der ganze Scheiß“ nicht, wohingegen die alte Tourenwagen-Meisterschaft „authentisch“ gewesen sei – und keine „aufgesetzte Geschichte“.

Bedingt durch die Winterpause, ebben die Nachrichten über die VLN zurzeit ab. Anlässlich der Essener Motorshow strahlte der RN Vision TV Motorsport Talk daher eine Sondersendung aus, um in Erinnerungen an die schillernde DTM-Ära während der achtziger und neunziger Jahre zu schwelgen. Auch Nordschleifen-Experte Christian Menzel wohnte der Gesprächsrunde bei und nutzte die Gelegenheit zu harscher Kritik am gegenwärtigen ITR-Konzept.

Obwohl Menzel zur Jahrtausendwende für Opel eine DTM-Saison bestritt, seien ihm die derzeitigen Vorgänge gleichgültig. „Der ganze Scheiß, der heut‘ passiert, interessiert mich überhaupt nicht“, polemisiert Menzel. „Ich habe letztens erst erfahren, dass die mit der neuen C-Klasse auch DTM fahren. Wusste ich gar nicht. Ist mir aber auch scheißegal. Interessiert mich gar nicht, weil die sehen eh alle gleich aus, die Dinger.“

Auch die Sportpolitik sowie die Vermarktungsstrategien bewirken bei Menzel ausschließlich Desinteresse. Pflichtschuldige Piloten, die nicht den Mut aufbringen, ihre Meinung zum Ausdruck zu bringen, begeistern Menzel nicht. „Meckern und schimpfen dürfen die Fahrer auch nicht mehr, sonst werden sie direkt bestraft“, spielt Menzel auf das aalglatte PR-Sprech der Fahrer und Sanktionen der Organisatoren bei möglichen Abweichungen an.

Demgegenüber habe die alte DTM für puristischen Motorsport gestanden. „Das waren geile Autos, gute Typen und echtes Racing – und nicht Marketing ge- und versteuert, sondern einfach … Man hatte das Gefühl, dass das, was da passiert, auch authentisch ist“, betont Menzel. Dahingegen mute die neue DTM inszeniert an. „Das war pures Racing und nicht irgendwie so eine aufgesetzte Geschichte, die wir heut sehr oft haben.“

Neben Menzel nahmen außerdem namhafte Fahrer an der nostalgischen Plauderei auf der Motorshow in Essen teil, die selbst bei Rennen der alten DTM-Meisterschaft starteten: Olaf Manthey, Klaus Ludwig, Volker Stryczek, Markus Oestreich und Marc Hessel. Darüber hinaus stießen mit Mike Rockenfeller und Martin Tomczyk zwei Athleten der jüngeren DTM-Historie hinzu.