Macao: Laurens Vanthoor sorgt für Rennabbruch und ist dennoch Weltmeister

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Zweifelhafter Sieger in Macau: Laurens Vanthoor l © Kevin Pecks

Laurens Vanthoor hat sich durch einen bizarren Sieg den Titel als GT-Weltmeister gesichert. Der Belgier verunfallte so schwer, dass das Rennen abgebrochen worden musste und nicht mehr aufgenommen wurde. Die Rennkommissare werteten den Audi-Piloten dennoch als Sieger des Rennens. Kévin Estre und Maro Engel komplettierten das Podium.

In einem denkwürdigen GT-Weltfinale in Macao ist Laurens Vanthoor als Sieger hervorgegangen. Insgesamt absolvierten die Piloten lediglich zwei volle Runden im Renntempo durch die Häuserschluchten. Ricky Capo sorgte gegen Ende der zweiten Runde für eine Unterbrechung des Rennens von rund einer Stunde. Der BMW-Pilot steuerte seinen Boliden in der vorletzten Kurve in den Reifenstapel, sodass dieser repariert werden musste.

Anschließend führte Vanthoor das Feld zwei Runden hinter dem Safety Car an, ehe sich die Kommissare zum Ausruf der roten Flagge entschieden. Beim Neustart des Rennens konnte sich Porsche-Athlet Earl Bamber prompt in Front setzen. Der Gegenangriff von Vanthoor endete allerdings mit einem heftigen Unfall.

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Der Belgier fuhr rabiat über einen Randstein, touchierte die Leitplanke an der Innenseite von Kurve zwei und geriert somit von der Ideallinie. Anschließend rauschte der Audi-Werkspilot mit dem Heck in die Streckenbegrenzung, überschlug sich und blieb auf dem Dach liegen. Glücklicherweise konnte Vanthoor das Wrack aus eigener Kraft verlassen und blieb scheinbar unverletzt.

Prompt entschied sich die Rennleitung zum Abbruch des Rennens und schickte die Piloten erneut in die Boxengasse. Allerdings teilten die Entscheidungsträger umgehend mit, dass der Rennbetrieb nicht mehr aufgenommen wird. Durch den Abbruch zählte der Stand der vorletzten Runde, die Vanthoor beim Neustart anführte. Somit glich das GT-Weltfinale einer Farce und sorgte für ungläubige Gesichter im Fahrerlager.

Zwar lag Earl Bamber zum Zeitpunkt des Abbruchs in Front, kassierte aber wegen einer Berührung beim Start eine fünfsekündige Zeitstrafe. Somit wurde Kévin Estre als Zweiter gewertet, Bronze ging an den Vorjahressieger Maro Engel. Bedingt durch die einstündige Unterbrechung, hätten die Akteure ohnehin nur noch eine Viertelstunde im Renntempo fahren können, dennoch wurde Porsche und auch Mercedes-AMG der Chance beraubt den Weltmeistertitel auf der Strecke zu erringen.