GT3-Sport: Wirkt sich die VAG-Situation auf Audis Kundenprogramm aus?

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Setzt Audi sein GT3-Programm unverändert fort? | © Ralf Kieven

Nach Audis Rückzug aus der Langstrecken-WM schweben zahllose Fragen im Raum. Auch mögliche Auswirkungen auf das Kundensportprogramm im GT-Sektor stehen zur Diskussion. Chris Reinke beschwichtigt jedoch, die beiden Abteilungen seien unabhängig voneinander.

Als Audi seinen Ausstieg aus der Langstrecken-WM bekannt gab, entflammte sogleich auch die Diskussion über eventuelle Auswirkungen auf das GT-Programm. Zumal ohnehin das Gerücht grassierte, die Marke mit den vier Ringen gedenke, ihr Entwicklungsprogramm im GT3-Sport zurückzufahren oder gar einzustellen. Die Chefetage wiegelt jedoch ab, diese sei keineswegs der Fall.

Vielmehr misst Audi insbesondere den 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring und in Spa-Francorchamps nach wie vor immense Wichtigkeit bei. „Ich wäre überrascht, falls wir unser Engagement gegenüber den bisherigen Jahren reduzieren“, beschwichtigt Kundensportleiter Chris Reinke gegenüber Sportscar365. Allerdings sei es im Augenblick „zu früh“ bereits „detaillierte Planungen“ zu veröffentlichen.

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Nichtsdestoweniger werde die Entwicklung in der Langstrecken-WM die zukünftigen Tätigkeiten im GT-Sport keineswegs beeinträchtigten. „Das operative Geschäft der Kundensport- und Werksabteilung von Audi Sport sind komplett von einander getrennt“, erklärt Reinke. „Sofern wir es können, versuchen wir zwar, uns gegenseitig zu unterstützen, aber diese sind vollständig unabhängig von einander.“

Darüber hinaus richtet Audi das Hauptgewicht im GT-Sport nicht auf Werkseinsätze, sondern auf ein rentables Geschäftsmodell. „Das Kundensportprogramm hat eine klare Vision und das Ziel, eine profitables Geschäft zu sein, mit dem wir Motorsportprodukte an Kunden verkaufen“, legt Reinke klar. „Und dies wird es auch bleiben. Von dieser Warte aus betrachtet, wird die bevorstehende Situation in der Langstrecken-WM im Moment keinen Einfluss nehmen.“

Dennoch fand die Abgasaffäre schon in der zurückliegenden Saison ihren Niederschlag im GT-Langstreckensektor. Sowohl beim 24-Stunden-Rennen in der Eifel als auch im Ardenner Wald verringerte Audi seine Werksunterstützung. Der Ingolstädter Konstrukteur stellte seinen Einsatzmannschaften des W Racing Teams und Phoenix Racing jeweils nur eine Besatzung mit Werkspiloten zur Verfügung.