Olli Martini: „Wenn das nicht für Breitensport spricht, was sonst?“

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Trotz massiver GT3-Präsenz: Ist die VLN noch eine Breitensportserie? | © Ralf Kieven

Hat die VLN-Langstreckenmeisterschaft ihren Breitensportcharakter eingebüßt? Olli Martini verneint diese Frage mit Emphase. „Vielfalt, Masse und Klasse, spannende Kämpfe um die Platzierungen, und das teilweise mit doch relativ überschaubarem Budget“, führt der Streckensprecher als Gegenargumente an.

Reklamiert die VLN-Langstreckenmeisterschaft berechtigterweise noch den Status einer Breitensportserie für sich? Obwohl etliche Skeptiker den GT3-Boom und die Werksbeteiligung sorgenvoll beäugen, bejaht Streckensprecher Olli Martini diese Frage emphatisch. Ein Beleg sei nicht bloß die Liste der Titelträger während der vergangenen Jahre, sondern auch Resultate der zurückliegenden Läufe.

Als Beispiel nennt Martini das Ergebnis des DMV-250-Meilen-Rennens. „Dass es sich bei der VLN-Langstreckenmeisterschaft Nürburgring – entgegen so mancher Auffassung, die ich immer wieder in den sozialen Netzwerken zu lesen bekomme – immer noch um eine Breitensportserie handelt, beweist nicht zuletzt der Blick auf den Wertungsgruppensieger der VLN-Produktionswagen“, tut Martini in seiner Racing-News-Kolumne dar.

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Bemerkenswert sei demnach der Erfolg des Fahrertrios Dominik Thiemann, Jens Riemer und Hajo Müller mit seinem betagten Dreier. Denn das dreiköpfige Pilotengespann trug mit seinem „einundzwanzig Jahre alten BMW M3 E36“ zum einen den V5-Sieg davon, gewann zum anderen ebenso die Wertungsgruppe der Produktionswagen. „Wenn das nicht für Breitensport spricht, was sonst?“, fragt Martini.

Zugleich räumt Martini allerdings auch ein, inwieweit die Spitzengruppe „Hochleistungssport“ treibe. „Das ist unumstritten“, gesteht der Kommentator. Der Rest des Teilnehmerfeldes beweise nichtsdestotrotz, was die Langstreckenmeisterschaft „so groß und beliebt“ gemacht habe. „Vielfalt, Masse und Klasse, spannende Kämpfe um die Platzierungen, und das teilweise mit doch relativ überschaubarem Budget“, fasst Martini zusammen.

Ebenjene Mixtur kennzeichne den Wettstreit auf der Nordschleife des Nürburgrings. „Warum sonst wären zum Beispiel in den Klassen V4 und V5 regelmäßig jeweils über zehn Autos auf der Strecke?“, fragt Martini und ergänzt: „Auch ein Blick auf die Meister der vergangenen Jahre, ja sogar Jahrzehnte verrät doch, dass es keines der Werksteams ist, das den Titel in der VLN einfährt, sondern eigentlich fast immer ein Privatteam, und Privatteams sind ja nun mal Synonym für Breitensport.“