Sabine Schmitz: „GT3 sind im Grunde zu schnell für den Ring“

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Haben die GT3-Sportwagen das Limit erreicht? | © Daniel Schnichels

Sind die GT3-Sportwagen zu schnell für die Nürburgring-Nordschleife? Sabine Schmitz bejaht diese Frage, „die Grenzen“ seien erreicht. Dahingegen betont BMW-Werksfahrer Jens Klingmann die generelle Gefahr. Derweil fordert DMSB-Präsident Hans-Joachim Stuck eine Reduktion des Abtriebs.

Gefährden Sportwagen der GT3-Klasse den Wettbewerb auf der Nürburgring-Nordschleife? Die Sicherheitsfrage in der Eifel ebbt nicht ab. Auch im RN Vision TV Motorsport Talk flackerte die Diskussion um den Status dieser Fahrzeuggattung auf – mit unterschiedlichen Auffassungen und Vorschlägen. „Also gerade im Bereich Nordschleife muss wirklich was passieren“, kehrt Sabine Schmitz hervor.

Nach ihrer Überzeugung hätten die GT3-Gefährte mittlerweile „die Grenzen“ erreicht. „Die GT3, SP9 – im Grunde sind die alle viel zu schnell für den Ring“, meint Schmitz. Deshalb sei der nächste schwere Unfall höchstwahrscheinlich unabwendbar. „Es ist eine Frage der Zeit, wann da wieder irgendeiner fliegen geht“, schwant Schmitz. „Also es ist wirklich hart an der Grenze. Das finde ich auf jeden Fall.“

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BMW-Werksfahrer Jens Klingmann gemahnt wiederum, inwieweit die Fahrt mit einem GT-Rennwagen über die Nordschleife generell riskant sei. „Das ist ein schwieriges Thema“, räumt Klingmann ein, welcher im vorvergangenen Jahr als erster Pilot die magische Acht-Minuten-Marke überwand. „Ich glaube, speziell auf der Nordschleife fährt das Risiko immer ein bisschen mit. Und das ist auch genau der Reiz eigentlich.“

Gleichwohl gesteht Klingmann: Es gäbe Streckenpassage auf der Nordschleife des Nürburgrings, in denen einem kein Fauxpas unterlaufen sollte. „Natürlich soll’s sicher sein – ist ja überhaupt gar keine Frage. Aber es gibt teilweise auch Stellen, da ist die Wand besonders nah. Und du darfst dir eben überhaupt keinen Fehler erlauben“, meint Klingmann, dessen Bestmarke unterdessen mehrfach um einige Sekunden unterboten wurde.

Hans-Joachim Stuck: „Abtriebsmäßig müssen wir am Nürburgring wirklich aufpassen“

Hans-Joachim Stuck fügt wiederum hinzu, Rundenzeiten seien für ein kontrovers diskutiertes GT3-Verbot keineswegs ausschlaggebend. Der DMSB-Präsident unterbreitete stattdessen den Vorschlag, den Anpressdruck der GT3-Renner zu verringern. „Du hast vor allem ein Problem: Jetzt hast du so viel Abtrieb, wenn du das Auto jetzt verlierst, dann hast du einen richtigen Snap“, erläutert Stuck. „Und den kannst du kaum mehr wieder einfangen. Das ist die Gefahr dabei.“

Intention müsse es sein, die GT3-Fahrzeuge auch für Herrenfahrer beherrschbar zu machen. „Wenn du ein Auto hast, das etwas weniger Abtrieb hat – sei es vielleicht durch Erhöhung der Bodenfreiheit, dann wären die Autos wieder fahrbarer“, meint Stuck. „Sie wären besser kontrollierbar. Damit können auch wieder mehr Leute schneller fahren. Aber Fakt ist natürlich: Abtriebsmäßig müssen wir am Nürburgring wirklich aufpassen.“

Bereits beim achten Lauf zur VLN-Langstreckenmeisterschaft warnte Olaf Manthey, die Aerodynamik der GT3-Sportwagen sei „längst ausgeufert“. Obwohl die Fortentwicklung stets eine Geschwindigkeitssteigerung impliziere, müsse „dieser Trend“ ein Ende finden. „Das allgemeine Ziel muss die deutliche Verringerung des Abtriebs sein“, hob der ehemalige Teamchef in seiner Racing-News-Kolumne hervor.