VLN-Kolumne: Ein kleines Sommerloch

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„Es ging knallhart zur Sache“

Dann zwei Wochen später das Saisonhighlight: sechs Stunden durch die Grüne Hölle. Am Freitag hatten wir noch ausgiebige Tests, und hier hatte ich direkt meinen nächsten Close Call. Bei der Anfahrt zum Schwedenkreuz verabschiedete sich linke Vorderreifen bei knapp zweihundertfünfzig Kilometer pro Stunde.

Der GT4-Cayman zog sofort nach links, und ich hatte alle Mühe die Kuppe halbwegs gerade auf der linken Seite zu überfahren, um einen kapitalen Abflug zu verhindern. Weitere Reifenschäden, welche wir uns allesamt nicht erklären konnten, da wir weder das Setup noch die Luftdrücke verändert hatten, ließen uns für das Rennen deutlich passivere Setups und Reifendrücke wählen, um weitere Schäden zu verhindern.

So ging es dann in die Qualifikation, und P2 war schon einmal eine gute Ausgangslage. Der finale Angriff auf die Poleposition wurde im letzten Drittel der Strecke leider zunichte gemacht, die Sektorenzeiten bis dahin sahen sehr gut aus. Im Rennen entwickelte sich dann ein heißer Kampf über fünfzehn Runden: Im ersten Stint gegen Moritz Oberheim, im zweiten gegen Kai Riemer. Es ging knallhart zur Sache. Es wurde auch etwas Lack ausgetauscht, aber es lief alles im fairen Rahmen ab.

Nach fünfzehn Runden habe ich das Auto auf P2 und quasi in der Stoßstange von Riemer an meinen Teamkollegen übergeben. Dieser konnte im starken Verkehr die Position leider nicht halten, sodass wir nach neununddreißig Runden am Ende auf dem dritten Platz ins Ziel fuhren. Sicherlich keine optimalen Ergebnisse in den letzten Rennen, und langsam wird es auch sehr, sehr schwierig, P1 in der Gesamtwertung anzugreifen. Aber noch haben wir drei Rennen, und es kann, zumindest theoretisch, immer noch viel passieren.

Ich bereite mich jetzt weiter auf das Rennen in Laguna Seca vor und wünsche euch eine schöne Restwoche.

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Moritz Kranz