Mexiko-Stadt: Porsche stolpert zum Sieg, Audi ertrotzt Silber

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Porsche rettete sich zum Sieg in Mexiko-Stadt | © Porsche

Porsche hat den Sieg bei der WM-Begegnung in Mexiko-Stadt gerettet. Ein Regenschauer in der Schlussphase ließ Timo Bernhard, Mark Webber und Brendon Hartley noch einmal zittern. Audi taktierte, leistete sich aber gravierende Fehler. Dank eines Zwischenspurts erstritt Toyota die Bronzemedaille.

Mehr oder minder im Stolpergang hat Porsche das Sechs-Stunden-Rennen von Mexiko-Stadt gewonnen. Niederschläge während der Schlussminuten gefährdeten den Erfolg der Titelverteidiger Timo Bernhard, Mark Webber und Brendon Hartley noch einmal, welche mit Trockenreifen der Zieldurchfahrt im Autódromo Hermanos Rodríguez harrten. Letztlich genügte deren Vorsprung jedoch, um den Tagessieg beim siebenten Lauf der Langstrecken-WM zu retten.

Gleichwohl durchlitt die Delegation aus Stuttgart-Zuffenhausen einen Schreckmoment, als Bernhard im viertletzten Umlauf beim Überfahren eines Randsteins ins Schlingern geriet und einen Einschlag haarscharf abwendete. Zuvor agierte Weltmeister Porsche bei der Reifenwahl stets konservativ. Als zur Halbzeit erstmals Regenschauer heraufzogen, wechselten die Titelinhaber umgehend auf Regenreifen. Bei abtrocknendem Asphalt zögerten die Weissacher dagegen, Slicks zu montieren.

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Obendrein leistete sich das siegreiche Gespann bereits in der Frühphase des Wettstreit einen Lapsus, welcher in einem Missverständnis am Boxenfunk wurzelte. Titelverteidiger Bernhard war im Begriff in die Box abzubiegen, als ihn die Aufforderung erreichte, eine weitere Runde zu drehen. Dabei kreuzte dieser die rot-weiß gestreifte Fläche am Boxeneingang, woraufhin Stallgefährte Hartley in Konsequenz dessen eine Stop-and-Go-Strafe verbüßen musste.

Nach einer großenteils unauffälligen Darbietung belegten die Markenkollegen Romain Dumas, Neel Jani und Mark Lieb indessen den vierten Rang im Gesamtklassement. Möglicherweise wäre das Porsche-Trio in der Lage gewesen, ein besseres Resultat zu erzielen, jedoch erlitt dessen Hybridprototyp im Überrundungsverkehr eine Beschädigung am Heck. Dieser Zwischenfall erforderte eine Reparatur, welche das Ensemble ins Hintertreffen katapultierte.

Audi erkämpft zweiten Platz – trotz etlicher Fehler

Audi bewies unterdessen taktisches Gespür, wechselte im richtigen Augenblick auf Intermediates respektive Slicks. Allerdings leistete sich die Marke mit den vier Ringen Fehler en masse. Schlussendlich ertrotzten Marcel Fässler, André Lotterer und Benoît Tréluyer dennoch die Silbermedaille. Ungünstigerweise haderte das Dreigespann zu Anfang aber mit den Pneus, weshalb Audi entschied, vorzeitig einen Stopp einzulegen.

Bei den Mischbedingungen während der zweiten Halbzeit ragte sodann Lotterer heraus, welcher im Unterschied zu den Porsche-Rivalen mit Trockenreifen fuhr. Auf diese Weise holte das Audi-Ass mit Sieben-Meilen-Stiefeln auf die Porsche-Spitzenreiter auf, verkalkulierte sich aber im Überrundungsverkehr, was eine Berührung mit der Streckenbarriere mit sich brachte – und einen außerplanmäßigen Boxenstopp.

Sein allerletzten Boxenbesuch erledigte Lotterer schließlich in der Schlussviertelstunde, weshalb sich Audi die Gelegenheit bot, bei einsetzenden Regenfällen nochmals einen Reifenwechsel durchzuführen. Nichtsdestoweniger war Lotterer außerstande, mit den aufgezogenen Intermediates eine finale Offensive zu starten. Beim Fallen der schwarz-weiß karierten Flagge betrug der Rückstand zu den Tagessiegern letzten Endes ungefähr eine Minute.