Nürburgring: Porsche siegt in engem Rennen

260
Porsche bezwang Audi am Ring | © Maximilian Graf

Beim Lauf der Langstrecken-WM auf dem Nürburgring hat Porsche den Sieg errungen. Mark Webber, Brendon Hartley und Timo Bernhard behielten gegen die beiden Audi die Oberhand, wenn sich auch die beiden Mannschaften stets gegenseitig in Schach hielten. Toyota spielte derweil keine Rolle im Kampf um den Sieg.

Porsche hat das Sechs-Stunden-Rennen der Langstrecken-Weltmeisterschaft auf dem Nürburgring gewonnen. Timo Bernhard, Mark Webber und Brendon Hartley kreuzten am Ende der Distanz die Ziellinie mit gut 50 Sekunden Vorsprung vor Loïc Duval, Oliver Jarvis und Lucas di Grassi im Audi R18 und deren Teamkollegen André Lotterer und Marcel Fässler, die auf ihren Teamkollegen Benoît Tréluyer heute verzichten mussten.

Gleich beim Start konnte Lotterer seine Pole-Position noch verteidigen und führte das Rennen über den ersten Stint hinweg an. Obwohl die Porsche-Mannschaften nichts unversucht ließen und einige Überholmanöverversuche starteten, blieb Audi dennoch in Front. Nach dem ersten Boxenstop übernahm dann das spätere Siegerauto erstmals die Führung durch eine schnellere Abfertigung. Im weiteren Rennverlauf überholten dann beide Audi wieder den führenden Porsche und eroberten die Führung zurück.

- Anzeige -

Ebenjenes Duell packte die Zuschauer mehr oder weniger über die gesamte erste Rennhälfte. In der zweiten Rennhälfte setzte sich dann die Reihenfolge etwas und Porsche führte das Rennen mit gut 20 Sekunden an. Während einer Full-Course-Yellow-Phase, also einer Neutralisationsphase infolge eines Abflugs auf der Strecke, konnte Porsche den Boxenstop besser zeitlich einplanen und gewann so einige Zeit. Toyota hielt sich derweil über den ganzen Rennverlauf bedeckt.

Toyota ohne Chance um den Sieg

Zwar waren die Japaner nie ganz ab vom Schuss, konnten aber dennoch nicht aktiv um die Führung kämpfen. So folgten die Boliden aus Köln-Marsdorf den führenden Prototypen von Audi und Porsche im Respektabstand. Letztendlich mussten sich die beiden Einsatzteams mit den Plätzen fünf und sechs begnügen, unmittelbar hinter dem zweiten Porsche von Neel Jani, Romain Dumas und Marc Lieb. Rebellion holte Klassenrang sieben und acht, nachdem der ByKolles-Prototyp nach einem Brand ausgefallen war.

In der LMP2-Wertung holten Nicolas Lapierre, Gustavo Menezes und Stéphane Richelmi den Klassensieg. Das Trio triumphierte im Signatech Alpine vor Bruno Senna, Filipe Albuquerque und Ricardo Gonzalez im Ligier-Nissan des Teams RGR Sport by Morand. Das Klassenpodium vervollständigte das Team Extreme Speed Motorsports mit den Fahrern Ryan Dalziel, Luis Felipe Derani und Christopher Cumming mit einem weiteren Ligier.

Doppelsieg für AF Corse in der GTE-Pro

Bei den GTE-Sportwagen jubelte AF Corse. Gianmaria Bruni und James Calado siegten vor den Teamkollegen Sam Bird und Davide Rigon und machten einen Doppelsieg in der GTE-Pro-Wertung perfekt. Marco Sørensen und Nicki Thiim vervollständigten das Podium bei den Profis für Aston Martin Racing, unmittelbar vor Stefan Mücke und Olivier Pla im besten Ford GT. Beim Schwesterauto gab es unterdes eine Schrecksekunde in der Box. Nachdem beim Tankvorgang Sprit verschüttet wurde, fing das Auto Feuer und musste gelöscht werden.

Nach einer kleineren Reparatur konnten Marino Franchitti, Andy Priaulx und Harry Tincknell das Rennen aber wieder fortsetzen, wenn auch ohne Chancen um den Klassensieg. Bei den Amateuren siegte unterdes Aston Martin Racing. Pedro Lamy, Mathias Lauda und Paul Dalla Lana überquerten die Ziellinie vor Wolf Henzler, Christian Ried und Joël Camathias im Porsche von KCMG und einem weiteren AF-Corse Ferrari.

Mit den Sechs Stunden vom Nürburgring hat die Le Mans-Szene ihren letzten Europaauftritt in diesem Jahr absolviert. Nach einer nun folgenden sechswöchigen Pause kehrt der Zirkus erstmals in Mexico City ein, ehe im restlichen Jahr noch der Lauf in den USA in Austin stattfindet. Das letzte Drittel der Saison findet dann komplett in Asien statt