ELMS-Kolumne: Gescheitertes Überholmanöver kostet Podiumserfolg

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Andreas Wirt verpasste in Spielberg das Podium l © Daniel Schnichels

Andreas Wirth erlebte beim ELMS-Gastspiel in Spielberg eine Talfahrt. Nach kleineren Problemen im Training, bugsierte sich die SMP-Mannschaft im Rennen bis auf den zweiten Platz. Doch ein gescheitertes Überholmanöver von Wirths Teamkollegen Stefano Coletti verhinderte jegliche Chancen auf ein Podium.

Liebe Leser,

ich habe mich riesig auf den Österreichring gefreut. Am Freitag hatte ich beim ersten Training anfangs ein paar Probleme, weil ich seit 2010 auf dieser Strecke immer nur mit GT-Fahrzeugen gefahren bin. Deshalb musste ich mich erst einmal an die kürzeren Bremswege bzw. die späteren Bremspunkte umgewöhnen. Auch die schnelleren Kurven musste ich anders anfahren. Trotzdem ist die Strecke in einem LMP2-Boliden wesentlich geiler zu befahren als mit einem GT3-Fahrzeug.

Am Wochenende selbst hatten wir ein paar Probleme damit die Reifen auf Temperatur und somit den Speed auf eine Runde zu bekommen, hier waren wir einfach zu langsam. Letztlich fahren wir aber ein Langstreckenrennen über die Distanz von vier Stunden und konnten diesbezüglich ein gutes Set-Up herausfahren. Das ist uns definitiv gelungen.

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Ich durfte das Rennen, wie bereits in Silverstone, beginnen und hatte einen guten Start, sowie einen soliden ersten Stint und konnte mich bis zum Fahrerwechsel auf P4 vorarbeiten. Auch Julian hat gute Arbeit abgeliefert. Stefano hat dann vielleicht etwas zu viel gewollt und riskiert. In der Kurve (Anm d. Red.: Letzte Kurve vor der Start-Ziel-Geraden) hätte ich vielleicht nicht versucht zwei langsamere Fahrzeuge zu überholen. Aber es ist passiert und wir können es nicht ändern. Schließlich macht das niemand mit Absicht.

Durch diesen Unfall mit anschließendem Dreher haben wir über eine Minute verloren. Anschließend mussten wir noch die komplette Heckpartie unseres BR01-Nissans austauschen, weil die Beleuchtung durch den Unfall defekt war. Diese muss in der Le-Mans-Serie immer intakt sein, das hat uns auch nochmals richtig viel Zeit gekostet.

Wir hätten es auf jeden Fall verdient auf dem Podium zu landen, immerhin lagen wir zum Zeitpunkt des Unfalls auf dem zweiten Platz und hatten über eine Minute Vorsprung auf den drittplatzierten. Wir hatten sogar noch die Chance uns auf Rang eins vorzuarbeiten. Aber im nachhinein bringt es auch nichts mehr sich darüber aufzuregen.

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Am Ende sind wir zwar vierter geworden und haben Punkte gesammelt, allerdings konnten sich die Kandidaten für die Meisterschaft am Ende vor uns stellen. Wir sind jetzt auf den dritten Rang in der Gesamtwertung zurückgefallen. Allerdings lassen wir uns nicht kleinkriegen und geben in einigen Wochen in Le Castellet wieder Vollgas, darauf freue ich mich jetzt schon.

Bis dahin,

Euer Andreas