Langstrecken-WM: BMW erwägt GTE-Werksprogramm

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Stellt sich BMW in Zukunft dem WM-Wettbewerb? | © BMW

BMW Motorsport gedenkt, sich werksseitig in der GTE-Liga der Langstrecken-WM zu engagieren. Womöglich erfolgt der Einstieg bereits zur Saison 2018. Ehe der bayrische Konstrukteur die Planungen jedoch präzisiert, warte dieser eine Entscheidung bei den Konvergenzgesprächen ab.

Offensichtlich trägt sich BMW mit dem Gedanken, einen GTE-Sportwagen für ein Engagement in der Langstrecken-WM zu entwickeln. Gegenüber Sportscar365 bestätigte Motorsportchef Jens Marquardt, der bayrische Hersteller evaluiere im Augenblick verschiedene Optionen. Wenngleich zahlreiche Einzelheiten noch zur Diskussion ständen, komme ein Werksprogramm bereits zur Saison 2018 in Frage.

Insbesondere die Ergebnisse der GT-Konvergenzgespräche nähmen Einfluss auf den Entscheidungsprozess bei BMW Motorsport. Demgemäß präferiere der Konstrukteur aus München eine einheitliches Regularium anstatt der konkurrierenden Klassen GT3 und GTE. Derzeit sind sich FIA, ACO und die Delegationen der Hersteller jedoch uneins hinsichtlich der Zukunft des internationalen GT-Sports.

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Bereits bei der Konzeptualisierung des M6-Modells habe BMW auf eine Angleichung gehofft. Daher sei die GTLM-Variante auch nur eine Notlösung. „Das GTLM-Fahrzeug war eher ein Ergebnis als ein Wunsch“, erklärt Marquardt. „Wir mussten uns für diese Alternative entscheiden. Es war nicht von Anbeginn in dieser Form geplant. Daher müssen wir uns Gedanken machen, wie wir in Zukunft angreifen.“

Denn BMW hege ebenso Interesse an einem globalen Wettbewerb. „Selbstverständlich hat sich die Langstrecken-WM als Plattform während der letzten Jahr entwickelt“, bekräftigt Marquardt. „Die Serie hat sich neu etabliert und prosperiert weiterhin. Betrachtet man die Zuschauerzahlen in Le Mans dieses Jahr erneut und berücksichtigt man die besser werdende Fernsehberichterstattung, entwickelt sich die Plattform hervorragend.“

Darüber hinaus sei der Start in der GTE-Klasse zurzeit realistischer als ein Projekt für die 56. Garage beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans, wobei eine rasche Entscheidung bei den Konvergenzgesprächen bedeutsam sei. Gleichwohl schließe dies die Entwicklung eines Prototypen keineswegs aus. Ferner bestätigte Marquardt, BMW Motorsport trete auch im nächsten Jahr wieder in der IMSA SportsCar Championship in den Vereinigten Staaten an.